IG Metall startet Bad Bank für Automobilzulieferer

Corona und die Transformation hin zum Elektrofahrzeug machen den Autozulieferern schwer zu schaffen. Das wirkt sich auch auf die Arbeitsplätze aus, deren Verlust massiv zu werden droht. Die Gewerkschaft IG Metall hat darauf reagiert und will nun zwei Fondsgesellschaften auf den Weg bringen – darunter eine Art Bad Bank für notleidende Zulieferer.

Beim kürzlichen Autogipfel mit der Bundesregierung hat die IG Metall ihre Ideen vorgetragen: die Branche mit staatlichem und privatem Kapital retten. Konkret soll das über zwei Fonds geschehen. Zum einen ein sogenannter Transformationsfonds. Wie die Gewerkschaft auf ihrer Homepage schreibt, soll der mit privaten Geldern gespeisten werden und durch einen staatlichen Sicherungsschirm mit staatlicher Beteiligung ergänzen werden. Aktuell werde dieser Vorschlag von der Bundesregierung geprüft.

Best Owner Group: Gewinnbringend und sozialverträglich

Ein zweiter Fonds hat seine Arbeit hingegen bereits aufgenommen: die Best Owner Group (BOG). Sie wendet sich gezielt an systemrelevante Unternehmen im Bereich des Verbrennungsmotors. Also Firmen, die durch die Elektrowende unter Druck geraten und wohl langfristig keine Perspektive mehr haben. Die IG Metall will dadurch bewusst den Markt für Verbrenner aufrecht erhalten: „Da Hersteller auch über 2030 hinaus Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren bauen werden, gilt es, den Bestand an Zulieferern – trotz allmählich sinkender Stückzahlen – zu sichern und zugleich vor strategischen Übernahmen ausländischer Konkurrenten zu schützen.“

Ganz wie bei einer Bad Bank sollen Investoren die kränkelnden Zulieferbetriebe mehrheitlich übernehmen und bis zu ihrem Ende sozialverträglich abwickeln. Das sei gewinnbringend, da viele Gemein- und Entwicklungskosten sowie Neuinvestitionen wegfielen.

Wie Focus online schreibt, hat die IG Metall in der Anfangsphase selbst Geld ihrer Mitglieder investiert. Die Gewerkschaft sieht sich hingegen nur als Ideengeber, der „bestenfalls Starthilfe“ geleistet habe. Das nötige Kapital soll über Stiftungen, Endhersteller, Unternehmerfamilien und Vermögensverwalter gesammelt werden.

Ob sich so die sterbenden Autozulieferer retten lassen? Nach Einschätzung von GFL-Geschäftsführer Marcus Sarafin besteht die Hoffnung, dass dadurch nicht nur Arbeitsplätze erhalten bleiben, sondern auch große Insolvenzen vermieden werden.

Zum Erfolg des Fonds könnte auch beitragen, dass sich laut Focus-Bericht bereits zwei namhafte Fondsmanager gefunden haben: Frank-Jürgen Weise, Chef der Bundesagentur für Arbeit und des Bundesamts für Migration und Bernd Bohr, früherer Leiter der Kraftfahrzeugsparte von Bosch, stehen an der Spitze der Best Owner Group.

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