Anstieg der Zahlungsverzögerungen in der Krise

Cyberkriminalität, Schwierigkeiten in der Lieferkette oder rückläufige Umsätze – das alles fürchten Finanzchefs. Doch nichts bereitet ihnen so sehr Sorgen wie verspätete Zahlungen ihrer Kunden. Das hat eine neue Studie des Kreditversicherers Euler Hermes ergeben. So sind nach Ausbruch der Pandemie fast zwei Drittel der europäischen Unternehmen (65 Prozent) von Zahlungsverzögerungen betroffen.

Auch bereits vor der Krise waren Zahlungsverzögerungen an der Tagesordnung. In Europa hatten 47 Prozent der Unternehmen damit zu kämpfen. In Deutschland waren es mit 51 Prozent sogar noch mehr. Dafür ist hier der Anstieg in der Krise nicht ganz so extrem: Von März bis Mai 2020 mussten 52 Prozent der Unternehmen auf Zahlungseingänge warten.

Auch die Insolvenzen von Kunden haben bereits im Zeitraum von März bis Mai zugenommen: Von rund 30 Prozent auf 41 Prozent. Am gravierendsten verändert hat sich während der Krise jedoch das Verkaufsvolumen. Deutschlandweit klagen 51 Prozent der Firmen über einen Rückgang, europaweit sogar 61 Prozent.

Zahlungsverzögerungen an der Tagesordnung

Ein Großteil der CFOs erlebt Zahlungsverzögerungen wöchentlich oder noch öfter. Innerhalb der letzten beiden Monate hatten in Deutschland und Europa 41 bzw. 40 Prozent der Betriebe Zahlungsvorfälle einschließlich Verzögerungen oder Nichtzahlungen. In Deutschland erleben das 23 Prozent der Unternehmer sogar täglich (Europa 15 %). Mehrmals täglich kommt es immer noch bei 13 Prozent der deutschen Firmen vor und bei 9 Prozent der europäischen. So sind insgesamt in Deutschland zwar etwas weniger Unternehmen von Zahlungsverzögerungen betroffen, die betroffenen Unternehmen erleben das dafür häufiger.

Ebenfalls gefürchtet bei den befragten Finanzchefs sind Cyberangriffe. So war im vergangenen Jahr fast jedes dritte europäische Unternehmen Opfer einer Internetattacke. Die damit verbundenen Gefahren schätzen die CFOs daher sogar höher ein als Schwierigkeiten bei der Lieferkette, Umsatz- oder Profitabilitätsrückgänge.

Die Pressemitteilung zur Studie finden Sie hier zum Nachlesen.

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