US-Wirtschaft: Besser durch die Krise als erwartet?

Immer wieder aufflammende Infektionsherde und dennoch ein starkes Sinken der Arbeitslosigkeit und Millionen neu geschaffener Stellen: Prognosen für die US-Wirtschaft sind momentan kaum zu treffen und überholen sich fast täglich selbst. So hat der IWF seine Prognose nun ebenfalls korrigiert – nach oben. Der Kreditversicherer Coface zeigt sich sogar noch etwas optimistischer.

Noch vor einem Monat ging der Internationale Währungsfonds (IWF) davon aus, dass die US-amerikanische Wirtschaft um 8 Prozent schrumpfen wird. Nun scheinen die Experten der Ansicht zu sein, dass die USA besser durch die Krise kommen als erwartet: Ein Minus von 6,6 Prozent stehen nun in diesem Jahr im Raum.

Der Kreditversicherer Coface rechnet in seinem Basisszenario sogar „nur“ mit einem Minus von 5,6 Prozent. 2021 soll die Wirtschaft dann wieder um 3,3 Prozent ansteigen. Die Macher der Studie weisen jedoch darauf hin, dass die neuerlichen Ausbrüche – etwa in Texas, Florida und Kalifornien – Prognosen momentan sehr erschwert.

Neue Jobs und weniger Arbeitslose

Trotzdem stehen die Zeichen aktuell gut – zumindest für ein Land, in dem es so viele Corona-Neuinfektionen gibt wie in keinem anderen. So ist der Einkaufsmanager-Index im Juni von 43,1 auf 52,6 Punkte gestiegen. Überraschenderweise ist das der höchste Stand seit mehr als einem Jahr. Auch die Entlassungswelle ist erst einmal vorüber. Im Juni wurden in den Staaten 2,36 Millionen Jobs geschaffen. Auch im Mai wurden, wie neue Zahlen nun ergeben, wohl bereits 3,06 Millionen Jobs aufgebaut.

Pleitewelle im Anrollen

Wie es auch für Europa erwartet wird, gehen die Experten von Coface allerdings davon aus, dass die Konkurswelle noch anrollen wird. Der Kreditversicherer leitet das unter anderem davon ab, dass im Mai die Zahl der Unternehmen, die eine Reorganisation beantragt haben, um 48 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen ist. Bis Ende 2021 erwartet Coface daher, dass die Zahl der Insolvenzen um 43 Prozent steigen wird. Dass die Zahlen momentan noch zurückgehen, könnte etwa auf Maßnahmen zur Unterstützung der Unternehmensliquidität, eine abwartende Haltung von Schuldnerunternehmen und die Schließung von Konkursgerichten zurückzuführen sein.

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