EZB: Keine Dividenden von Banken bis 2021

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die Banken dazu aufgefordert, derzeit keine Dividenden auszuschütten. Bis zum 1. Januar 2021 sollen die Geldhäuser auf Auszahlungen der Aktionäre und Aktienrückkäufe verzichten. Der Bankenverband lehnt das ab.

Trotz der Auswirkungen der Corona-Krise sollen Banken dadurch genügend Mittel für die Kreditvergabe behalten. Dabei seien die Geldhäuser recht gut aufgestellt: Durch den Aufbau starker Liquiditäts- und Kapitalpuffer seien sie in der Lage, weiterhin Kredite an Unternehmen und Privathaushalte zu vergeben, zitiert der Spiegel Andrea Enria, Chef der EZB-Bankenaufsicht.

So haben die Aufseher zwei Szenarien entworfen: Im positiveren Fall geht die Wirtschaftsleistung im Euroraum dieses Jahr um 8,7 Prozent zurück. Die Kernkapitalquote (CET1) der Banken würde dann um 1,9 Prozentpunkte sinken. Im zweiten Szenario gehen die Währungshüter von einem Wirtschaftsrückgang um 12,6 Prozent zurück. Die Quote sinke dann um 5,7 Prozent. In diesem Fall müssten mehrere Institute Maßnahmen ergreifen, um die Mindestkapitalanforderungen zu erfüllen.

Aktuell müssten die Banken ihre Puffer nutzen, um sich auf die Kreditvergabe zu konzentrieren, fordert die EZB. Bis jetzt hatte die Zentralbank die Geldhäuser lediglich dazu aufgefordert, auf die Ausschüttungen bis zum 1. Oktober 2020 zu verzichten. Der deutsche Bankenverband lehnt die Verlängerung der Frist jedoch ab. Die EZB habe alle Informationen, um einzelne Banken zu einem Ausschüttungsverzicht aufzufordern, heißt es in einer Mitteilung des Verbands. Ein pauschales Verbot würde die Investoren verunsichern.

„Die reine Marktwirtschaft stellt sich hier quasi bloß“, ;  die deutschen Banken, die sowieso seit längerem den Anschluss an die internationalen Banken verloren haben, mit der Coba auch noch eine Staatsbeteiligung haben, wollten laut Deu Ackermann 25 % Ergebnis realisieren (also strak kapitalistisch).

GFL-Geschäftsführer Marcus Sarafin kann diese Haltung nicht nachvollziehen: „Die deutschen Banken, die sowieso seit längerem den Anschluss an die internationalen Banken verloren haben, stehen unter erheblichen Druck in dieser Phase. Sie müssen schauen, wie sie ihr Geschäftsmodell in ihrem und im Sinne der Kunden stabil halten können. Dazu hilft es immer Geld zu horten. Aber genau das soll nicht geschehen, da man den Kapitalgebern (Aktionären) so stark verpflichtet ist, Dividenden zu zahlen. Koste es was es wolle – Kunden und die eigene Bonität.“

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