Corona: Insolvenzen könnten rapide steigen

Dass die Wirtschaft unter der Corona-Krise leidet, ist weithin sichtbar. So erwarten Wirtschaftsforscher für das zweite Quartal in Deutschland einen Einbruch der Wirtschaftsleistung um 9,8 Prozent. Was das für die Zahl der Unternehmenspleiten bedeutet, hat nun der Informationsdienstleister Crifbürgel berechnet.

Für 2020 erwartet Crifbürgel mehr als 29.000 Insolvenzen – das wären 10.000 mehr als im vergangenen Jahr. Betroffen seien vor allem die Tourismus-, Gastro- und Eventbranche. Das es momentan noch kaum Insolvenzen gibt, die auf die Corona-Krise zurückzuführen sind, werten die Experten nicht als Entwarnung. Schließlich treffen Krisen die Wirtschaft erst mit Zeitverzug. So erwarten sie die Auswirkungen aufs Insolvenzgeschehen erst im zweiten Halbjahr und im kommenden Jahr.

Parallelen zur Finanzkrise

Ähnlich sei es auch in der Finanzkrise gewesen, mit der die Experten die aktuelle Situation vergleichen. Hier wurde der Höhepunkt der Pleitewelle erst 2009 erreicht. Sollten sich die Auswirkungen von Covid 19 ähnlich verhalten, könne es in Deutschland im schlimmsten Fall 54 Prozent mehr Insolvenzen geben. In die Analyse sind allerdings keine Staatshilfen und KfW-Kredite eingeflossen. Diese vernachlässigen die Autoren, da sich die Frage stelle, „wie selbst bislang erfolgreiche Firmen, die aufgrund ihres Geschäftsmodelles wenig Gewinn und eher geringe Rücklagen erwirtschafteten, zusätzliche Kredite abbezahlen sollen.“

Auch GFL schließt sich der Einschätzung der rasant steigenden Insolvenzzahlen an. „Die Frage für die Wirtschaft und deren Erholung wird aber eher sein, welche Firmen denn insolvent gehen“, gibt GFL-Geschäftsführer Marcus Sarafin zu bedenken. „Sind es vermehrt Kleinunternehmen?  Sind es schon bestehende Firmen mit erheblichen Problemen, die es vor Corona schon gab? Oder werden wichtige deutsche Branchen betroffen mit zahlreichen Mitarbeitern und hohem Umsatz? Die Zahl allein sagt über die Zukunftsfähigkeit Deutschlands, die Probleme für Banken und Kreditversicherer, noch nichts aus.“

Die Pressemitteilung von Crifbürgel finden Sie hier.

Eine weltweite Insolvenzprognose hat Euler Hermes erstellt: www.blog.gfl-broker.de/2020/05/insolvenzen-steigen-2020-drastisch/

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