Corona-Notfallbetreuung wird ausgeweitet

Damit die Wirtschaft so bald wie möglich wieder anlaufen kann, braucht es auch wieder eine umfassendere Kinderbetreuung. Bund und Länder haben daher nun eine Ausweitung der Notfallbetreuung beschlossen. Wie genau die aussieht, ist allerdings noch offen.

Die Lockerungen halten in Deutschland langsam Einzug: Ab dem 4. Mai dürfen Schüler der Abschlussklassen und der letzten Grundschulklasse wieder in die Schule. Für berufstätige Eltern von kleinen Kindern ist das jedoch zu wenig: Ohne Notbetreuung heißt es für sie weiterhin Zwangsurlaub oder Home Office.

Da ist die Hoffnung auf die Notbetreuung, die nach Beschluss der Kanzlerin und der Ministerpräsidenten ausgeweitet werden soll, groß. Doch wer Anspruch auf Notbetreuung hat, ist noch offen. Sicher ist nur: Eine bundesweit einheitliche Regelung wird es dafür nicht geben.

Bis zum 3. Mai haben die Länder noch Zeit zu bestimmen, welche weiteren Eltern ihre Kinder in die Notbetreuung geben dürfen. Zudem soll zeitnah ein Konzept erarbeitet werden, wie die Kindertagesbetreuung schrittweise wieder anlaufen kann. Einen Zeitplan gibt es allerdings noch nicht.

Für die Notbetreuung haben einzelne Länder schon die ersten Überlegungen bekannt gemacht. So sollen in Berlin Lehrer und Erzieher schon dann einen Anspruch haben, wenn nur ein Elternteil in einem dieser Berufe arbeitet und keine sonstige Betreuung möglich ist. Auch in Bayern soll ein Elternteil in einem systemrelevanten Beruf ausreichen. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey hatte zudem dafür geworben, dass Alleinerziehende unabhängig von ihrem Beruf einen Anspruch auf die Notbetreuung bekommen sollen.

„Natürlich ist weitgehend nachvollziehbar, warum Lockerungen nur schrittweise umgesetzt werden können. Für ein Wiederanlaufen der Wirtschaft ist die Frage der Betreuung aber essentiell“, gibt GFL-Geschäftsführer Marcus Sarafin zu bedenken. „Ich frage mich, ob es hier tatsächlich nur um das Problem geht, dass Kinder die Schutzregeln schwerer einhalten können, oder ob die Lage aktuell nicht viel entspannter wäre, wenn Kitas und Schulen nicht mit viel zu wenig Finanzmitteln ausgestattet wären.“

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