Deutschlands Rekord-Exportüberschuss

Deutschland hat einmal mehr den Weltrekord geknackt: Das Exportland hat auch 2019 wieder den größten Überschuss in der Leistungsbilanz erzielt. Es ist bereits das vierte Jahr in Folge. GFL sieht als Motor dieser Leistung vor allem den Mittelstand – und appelliert an die Politik das auch zu würdigen.

Nach Zahlen des Ifo-Instituts in München hat der Überschuss im vergangenen Jahr rund 293 Milliarden Dollar betragen: 7,6 Prozent des BIP. Damit liegt Deutschland weit vor Japan mit einer Leistungsbilanz von 194 Milliarden und China mit 183 Milliarden Dollar.

Die Zahlen erstaunen angesichts der schwachen Weltkonjunktur, den Handelskonflikten oder der deutschen Automobilkrise. „Es zeigt sich, dass wir in Deutschland weiterhin eine technische Leistung von Produkten bieten, die für den internationalen Markt von Bedeutung sind“, erklärt GFL-Geschäftsführer Marcus Sarafin den erneuten Rekord. GFL führt das vor allem auf die starken mittelständischen Unternehmen zurück, die in ihren jeweiligen Branchen außerordentliche Kompetenzen besitzen. „Es wäre sehr zu begrüßen, wenn dieses Verständnis auch in der politischen Landschaft wahrgenommen wird“, fordert Sarafin. „Der Mittelstand ist der Motor für Deutschland, den man aktiv in den vielen Transformationsprozessen unterstützen sollte sowie in den Veränderungen, die sich daraus ergeben.“

Neben den kräftigen Exporten sind laut „Zeit“ vor allem die Primäreinkommen für das gute Ergebnis verantwortlich. Sie sind vor allem Erträge aus im Ausland angelegtem Vermögen. Die dadurch erzielten Gewinne machten inzwischen 37 Prozent des deutschen Leistungsbilanzüberschusses aus.

An den hohen deutschen Überschüssen entzündet sich jedoch auch Kritik: die EU-Kommission, der Internationale Währungsfonds (IWF) oder US-Präsident Trump stören sich daran. So halte die EU höchstens sechs Prozent – statt der erzielten 7,6 Prozent – für langfristig tragfähig.

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