Deutsche Banken in der Krise: Eigenkapitalrenditen sinken

Trotz aller Sparprogramme haben die deutschen Banken zu kämpfen: Laut einer Studie der Beratungsfirma Bain & Company nähert sich die Eigenkapitalrendite der Banken der Nulllinie. Aufgrund der hohen Kosten decke der Gewinn nicht einmal die Eigenkapitalkosten. Das wird nach Einschätzungen der GFL auch den Mittelstand treffen.

So verdiente 2018 nur jede siebte Bank ihre Eigenkapitalkosten. Die Eigenkapitalrendite hat nur noch ein Prozent betragen – der niedrigste Wert seit der Finanzkrise 2008. Die internationale Konkurrenz steht deutlich besser da: Europäische Banken kommen durchschnittlich auf sieben, US-Banken sogar auf zwölf Prozent.

Zudem scheinen die Sparbemühungen der Banken bisher nicht zu fruchten. Die Kosten-Ertrags-Relation ist seit 2010 um zehn Prozentpunkte gestiegen und liegt nun bei 73 Prozent. Damit liege sie deutlich über dem Niveau US-amerikanischer, asiatischer und sogar europäischer Wettbewerber. Steigende Kosten für die Digitalisierung und die verschärfte Regulierung machten die Sparanstrengungen zunichte. Doch auch auf der Ertragsseite sieht es nicht rosig aus: Die Provisionsüberschüsse stagnieren seit Jahren bei jährlich rund 30 Milliarden Euro. Zudem leiden die Kreditinstitute unter der Nullzinspolitik der EZB.

Banken auf Abwärtskurs

Bain & Company geht davon aus, dass sich die Situation sogar noch verschlechtern wird. Die Renditelücke könnte in den kommenden Jahren noch größer werden. Selbst bei einem nur leicht eingetrübten Umfeld prognostiziert die Studie mittelfristig eine Halbierung der Eigenkapitalrendite. Selbst ein massives Gegensteuern der Banken helfe da nicht mehr: Selbst „eine konsequente organische Transformation mit aggressiven Maßnahmen zur Kostensenkung“ würde die Eigenkapitalrendite in den nächsten Jahren nur um vier Prozent steigen lassen.

GFL-Geschäftsführer Marcus Sarafin weiß, was das für die Wirtschaft bedeutet: „Die Krise der deutschen Banken trifft den Mittelstand, da die Unterstützung der Kunden dadurch sicher leiden wird. Es fehlt die Marge, um die Geschäfte wirklich konstruktiv zu begleiten – vor allem, wenn es mal schwieriger wird, wie aktuell aufgrund der schwachen Konjunktur, des Handelskriegs oder Brexits, sowie den Herausforderungen in einzelnen Wirtschaftszweigen wie der Automobilbranche.“

Banken, die selbst in der Restrukturierung stecken, können eben deutlich weniger anderen helfen – auch wenn es das eigentliche Geschäftsmodell betrifft. Eine Alternative dazu sieht Sarafin jedoch nicht: „Lieber restrukturieren und Geschäfte ablehnen, als unter den Schutzschirm wie gerade die nächste italienische Bank.“

Weiterführendes zum Thema im GFL-Blog:

Mehr zum Thema „Banklinien“ finden Sie auch auf unserer Homepage: www.gfl-broker.de/banklinien

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