OECD-Länderrisikoeinstufungen: Argentinien und Panama herabgestuft

In der Sitzung der OECD-Experten (OECD = Organization for Economic Cooperation and Development) Mitte Oktober wurden die Länderrisiken von 50 Staaten aus Lateinamerika, der Karibik, als auch West- und Zentralafrika neu eingestuft. Die jeweilige Kategorisierung wird für die Berechnung des Entgelts verwendet.

Die Länderkategorien für Argentinien und Panama wurden nun herabgesetzt.

Argentinien

Die aktuell schwere wirtschaftliche Lage in Argentinien macht sich in einer Herabstufung der Kategorie von 6 auf 7 bemerkbar.

Die argentinische Wirtschaft leidet unter den enormen Sparmaßnahmen, die durch das IWF Programm zur Budgetsanierung gefordert werden. Zusätzlich führten politische Reformen durch den konservativen Präsidenten Mauricio Macri immer wieder zu Unruhen und Generalstreiks. Nachdem das Land bereits im vergangenen Jahr ein negatives BIP-Wachstum (-2,5%) hatte, rechnet man auch für 2019 (-2,7%) und 2020 (-2,2%) mit einer Rezession.

Große Unzufriedenheit bei Unternehmern und Investoren, bedingt durch die Präsidentschaftsvorwahlen im August, in der Herausforderer Alberto Fernández als Gewinner hervorging, bewirkte einen Absturz der Börsenindizes in Buenos Aires. Dies resultierte in einer starken Abwertung des argentinischen Pesos gegenüber dem USD und führte zudem zu einer Herabstufung durch Rating-Agenturen.

Zwar verfügt Argentinien derzeit noch über hohe Devisenreserven, allerdings wurden bereits mehrere Milliarden Dollar eingesetzt, um den Peso zu stabilisieren. Durch den Finanzminister wurde längst die Verschiebung der Rückzahlung von Staatsanleihen und Milliardenkrediten des IWF angekündigt.

Die Wahlergebnisse Ende Oktober werden die zukünftige wirtschaftspolitische Linie des Landes bestimmen und zeigen, ob Argentinien es schafft, seine wirtschaftliche Lage zu verbessern oder noch weiter in die Rezession rutscht.

Panama

Auch die schwache wirtschaftliche Lage Panamas führt zu einer Ranking-Veränderung. Das Land wird von der OECD-Länderkategorie 3 in 4 herabgesetzt. Als Hauptgrund hierfür gelten die ansteigende externe Verschuldung (höhere Rückzahlungsverpflichtungen) und geringe Devisenreserven.

Die neuen Ländereinstufungen sind seit dem 25. Oktober 2019 gültig. In der nächsten Sitzung der OECD-Experten im Januar werden die Staaten der Regionen Europa, GUS, Mittlerer Osten und Nordafrika im Fokus stehen.

Quellen: 

https://www.oekb.at/oekb-gruppe/news-und-wissen/news/2019/oecd-laenderkategorien-argentinien-und-panama-geandert.html  Datum: 21.10.19

https://www.agaportal.de/_Resources/Persistent/4b886de1157b718892887c243145de5eed8ab5cc/ar305.pdf  Datum: Oktober 2019

 

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