Höhere Forderungsrisiken in Osteuropa

Osteuropas Lieferanten gewähren ihren Kunden wieder mehr und längere Zahlungsziele. Das geht aus einer Studie des Kreditversicherers Atradius hervor. Anlass ist die aktuelle wirtschaftliche Schwächephase.

Die abkühlende Weltkonjunktur macht sich auch in Osteuropa bemerkbar und sorgt für verschärften Wettbewerb. Die Unternehmen reagieren, indem sie ihren Kunden im Durchschnitt bei 67,2 Prozent der Umsätze einen Warenkredit einräumen – im Jahr zuvor waren es gerade einmal 38,8 Prozent. Auch die Zahlungsfristen sind lockerer geworden und liegen aktuell bei durchschnittlich 37 Tagen statt wie im Jahr davor bei 34.

Hinsichtlich der einzelnen Länder sind die Unterschiede jedoch groß: So werden in der Slowakei besonders häufig Lieferantenkredite gewährt. Sie werden in 91,4 Prozent der Umsätze ausgehandelt. Der Anstieg ist eklatant, lag er im Jahr zuvor doch noch bei 51,4 Prozent. Auch in der Tschechischen Republik ist der Anteil mit 87,6 Prozent sehr hoch. Polnische und bulgarische Firmen gewähren hingegen am seltensten Zahlungsziele: In Polen werden sie bei 48,5 Prozent des Gesamtumsatzes gewährt, in Bulgarien bei 33,6 Prozent.

Die schlechteste Zahlungsmoral erfahren hingegen Unternehmen in der Türkei. Hier waren im vergangenen Jahr 24,4 Prozent des Gesamtwerts der Rechnungen am Fälligkeitstermin noch nicht bezahlt. Am verlässlichsten werden Forderungen hingegen in Bulgarien beglichen: Nur 18,2 Prozent der Zahlungen waren hier nach der Ablauf der Frist noch offen.

Mehr zum Thema „Forderungsrisiken“ im GFL-Blog:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich habe die Hinweise zum Datenschutz gelesen und akzeptiere sie.*