3 Fragen an … Christoph Lörcks

Mit dem Powermeter können Rennrad- und MTB-Fahrer ihre Leistung messen. Christoph Lörcks, Geschäftsführer der powermeter24 GmbH, verrät im GFL-Kurzinterview, wie das funktioniert und was im Geschäftsleben seine Herzfrequenz nach oben treibt.

Mit Ihren Powermetern können Radfahrer ihre Leistung messen. Wünschen Sie sich für Ihr Unternehmen auch manchmal ein Gerät, das anzeigt: In diesem Bereich sollten wir noch mehr Leistung bringen und in jenem lieber einen Gang zurückschalten?

Der Powermeter im Radsport bietet die Möglichkeit, die unmittelbare physische Belastung des Radfahrers in Watt nahezu in Echtzeit zu liefern. Früher hat man im Radsport hierzu die Herzfrequenz des Sportler verwendet. Die Herzfrequenz gibt allerdings nicht nur die unmittelbare physische Belastung wider, sondern ist vielmehr eine Reaktion des Körpers auf diese Belastung. Hinzu kommt, dass neben der Belastung auch weitere Parameter Einfluss auf die Herzfrequenz haben. Dies können zum Beispiel die Temperatur, der Flüssigkeitshaushalt oder auch die psychische Belastung sein. Die Herzfrequenz ist also deutlich unschärfer als Steuergröße. Dennoch sollte man diese auch im Blick haben.

Ihre Frage ist ein interessanter Vergleich und im Grunde verwenden wir auch im Unternehmen vergleichbare Instrumente. Wir haben etwa bei uns im Unternehmen einen großen Bildschirm, auf dem im Wechsel verschiedene Informationen wie aktuelle Besucherzahlen auf der Website, Bestellungen oder Kundenanfragen in Echtzeit und auch im zeitlichen Verlauf dargestellt werden.

Welchen Gipfel möchten Sie mit Ihrer Firma noch erklimmen, welchen Wettkampf unbedingt noch gewinnen?

Wir haben uns mit unserem Unternehmen in unserem speziellen Nischenmarkt eine sehr gute Position erarbeitet. Aufgrund dieses Erfolges musste wir aber auch die Schattenseiten des Business kennenlernen. Wir mussten die Erfahrung machen, dass es von einigen Herstellern gar nicht gewollt ist, dass man zu erfolgreich wird. Die Hersteller bevorzugen eine größere Anzahl an gleichstarken Händlern.

Interessant wäre für uns daher sicherlich eine eigene Powermeter Produktserie. Damit würden wir dieses Problem umgehen. Allerdings liegt unsere Know-How nicht in der Produktentwicklung und Produktion, sondern in der Vermarktung und dem Vertrieb.

Sportlich habe ich keine Wettkämpfe mehr, die ich noch unbedingt gewinnen möchte. Ich bin in der glücklichen Situation, dass ich zwei Mal den Weltmeistertitel im 24h MTB Rennen gewinnen konnte und viele weitere Rennen. Sicherlich gibt es immer das eine oder andere Rennen was man nicht gewinnen konnte, aber ich habe da eher eine gewisse Demut und bin dankbar für das was sportlich alles möglich war.

Was hat im Geschäftsleben das letzte Mal Ihre Herzfrequenz nach oben getrieben?

Wie in der letzten Antwort schon angedeutet, mussten wir in der Vergangenheit auch immer wieder die unschönen Seiten des Business kennenlernen. Die Versuche der Hersteller Preisbindungen – wenngleich rechtlich absolut verboten – mit verschiedensten Methoden durchzusetzen, kennt vermutlich jeder Online-Händler. Da entwickelt man mit der Zeit schon ein dickes Fell.

Wenn allerdings ein Hersteller, den wir über Jahre zu einem der wichtigsten Hersteller im Powermeter-Markt aufgebaut haben, versucht uns von der Belieferung auszusperren, obwohl wir nachweislich sein umsatzstärkster Händler in Europa sind, dann treibt das auch mal meinen Puls etwas höher.

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