Schwächelndes Wachstum im zweiten Quartal

Deutschland und die EU befinden sich seit rund einem Jahr in einer konjunkturellen Abschwungphase – verstärkt durch einen schwächelnden Welthandel. Auch in den USA schwächeln Außenhandel und Industrie, wie der Juli-Bericht „Zinsen und Währungen“ der Postbank zeigt.

Deutschland und die EWU

Noch sei in der Europäischen Währungsunion (EWU) keine Konjunkturbelebung in Sicht, schreibt die Postbank in ihrem aktuellen Monatsausblick. Die bisher veröffentlichten Konjunkturindikatoren würden auch auf ein schwaches zweites Quartal hindeuten. Das überraschend starke Wachstum im ersten Quartal von 0,4 Prozent zum Vorquartal sei auf Sonderentwicklungen – zum Beispiel die milde Witterung für den Bau ­– zurückzuführen.

Vor allem die deutsche Industrie sei auf Talfahrt: Während die EWU-Industrieproduktion im April um 0,5 Prozent zum Vormonat gesunken ist, hat Deutschland mit einem Minus von 2,3 Prozent den schlechtesten Wert erreicht. Auch für Mai und Juni gibt es keine deutlichen Zeichen für eine Belebung. Für das zweite Quartal rechnet die Postbank daher mit einem Plus von 0,2 Prozent für die EWU, während das Wirtschaftswachstum in Deutschland stagnieren dürfte.

Die Experten gehen davon aus, dass die verhaltenen Wachstumszahlen auch im zweiten Halbjahr anhalten. Frühestens gegen Jahresende wird mit einer gewissen Belebung gerechnet. Insgesamt sieht die Prognose für 2019 ein schwaches Plus von 0,7 Prozent vor, das sich 2020 auf 1,2 Prozent beschleunigt. Für die EWU rechnen die Experten mit Zuwächsen um 1,1 Prozent beziehungsweise 1,0 Prozent.

USA

In den Vereinigten Staaten zeigt sich für das zweite Quartal ein durchmischtes Bild: Belastet durch die Handelsstreitigkeiten sind die Exporte zu Quartalsbeginn deutlich gesunken. Das belastet auch das Verarbeitende Gewerbe. Der Einzelhandel zeigt sich hingegen robust, was auf eine wieder höhere Dynamik des privaten Verbrauchs schließen lässt. Trotzdem dürfte das Wachstum in jenem Quartal nicht über 1 Prozent hinauskommen. Für die zweite Jahreshälfte zeigt sich die Postbank jedoch positiv gestimmt: Hier rechnen die Experten mit einem Wachstum von rund 2 Prozent. Insgesamt wird somit für 2019 ein Plus von 2,4 Prozent, für 2020 von 1,8 Prozent erwartet.

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