Erneuerbare Energien stark von Länderrisiken betroffen

Die Entwicklung erneuerbarer Energien war im vergangenen Jahrzehnt von enormer Bedeutung: Heute machen sie ein Drittel der globalen Stromkapazität aus. Dennoch ist die Branche mit einigen Risiken konfrontiert. Welche das sind und welche Länder sie betreffen, hat die Credendo Group in einem Bericht zusammengefasst.

Zwar macht die Wasserkraft die Hälfte der Kapazität aller erneuerbaren Energien aus, doch Wind und Solar verzeichnen das größte Wachstum – sowohl was die Kapazität angeht als auch das investierte Volumen. 2018 hat die Windkraft um zehn Prozent zugenommen – vorangetrieben vor allem von den USA und China –, während die Solarkraft sogar um 25 Prozent zugelegt hat – vor allen durch das starke Wachstum in China, Indien, Japan und Südkorea. Die internationale Energieagentur (IEA) rechnet damit, dass der Boom weitergeht: Bis 2040 rechnet sie mit einem Anteil der erneuerbaren Energien von 52 Prozent – im Vergleich zu 33 Prozent in 2017. Dass das auch Risiken birgt, hat man Anfang der 2010er gesehen, als die Überproduktion billiger Solarpanel in China weltweit zu reihenweise Insolvenzen von Solarfabriken geführt hat.

Auch heute birgt der Sektor zahlreiche Risiken. So sind die Kosten von erneuerbaren Energien in den vergangenen Jahren massiv gesunken. So sind die Preise von Photovoltaikanalagen zwischen 2010 und 2017 um 72 Prozent eingebrochen. Diese Kostenreduktion hat zwar zusammen mit staatlichen Förderungen zu einer Expansion geführt, aber es ist der kontinuierliche Rückgang von Staatsgeldern und eine veränderte Förderung, der zu einer Verringerung der Preise führt. Während lange auf fixe Einspeisetarife oder -prämien gesetzt wurde, setzen immer mehr Länder nun auf Ausschreibungen, bei denen der niedrigste Preis gewinnt. Das trägt zum Verfall der Preise bei.

Auch in den Herstellerländern lauern laut Credendo teilweise hohe Risiken. In China hat die Regierung die Subventionen gekappt und neue Solarprojekte gedeckelt, was 2018 zu einem zeitweisen Einfrieren aller geplanten Photovoltaikprojekte geführt hat. In Folge ist die Kapazität der neuinstallierten Solaranlagen um 18 Prozent zurückgegangen. Allerdings ist die Produktion von Solarzellen und –panelen gestiegen, während die der Module gesunken ist. Dieses Überangebot war weltweit zu spüren, was zu neuen Restriktionen wie etwa neuen Steuern in den USA und Indien geführt hat. Diese Maßnahmen haben die Überproduktion nur verschärft, was chinesische Solarfabriken unter starken Druck setzt und zum Risiko der Schließung führt.

Ein weiterer stark expandierender Markt ist Indien. Hier erfährt die Branche jedoch kurzfristig Gegenwind durch die für zwei Jahre errichteten Schutzzölle seit letztem Juli. Diese Zölle sind laut Credendo ineffektiv, da die Chinesischen Komponenten nach wie vor günstiger sind als die heimischen. Das in Kombination mit Unsicherheit über die Anwendbarkeit der neuen Güter und Steuern auf die Erneuerbaren haben dazu geführt, dass die neuinstallierten Anlagen im Vergleich zu 2017 zurückgegangen sind.

China und Indien sind nur zwei der Länder, in denen es aktuell Umbrüche in der Branche gibt. Wie die Entwicklungen in Japan, Türkei, Chile, Brasilien, Mexiko, Argentinien, den Vereinten Arabischen Emiraten, Ägypten und Sub-Sahara Afrika sind, lesen Sie im Credendo-Bericht (auf englisch).

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