Schweiz: Die größten Risiken für den Export

Die Schweiz blickt auf ein sehr gutes Exportjahr zurück: 2018 war das Exportwachstum so hoch wie seit acht Jahren nicht mehr. Doch laut einer Analyse von Euler Hermes und der Berner Fachhochschule trüben einige Risiken den Ausblick.

Während die Währungsrisiken vor einigen Jahren noch klar zu den größten Gefahren für die Schweizer Wirtschaft gezählt haben, haben mittlerweile die politischen Risiken stark an Gewicht gewonnen. So sehen 40 Prozent der Schweizer Exportunternehmen Handelskonflikte wie zwischen USA und China als Risiko.

Direkt dahinter, mit 38 Prozent, ist die Angst vor einem harten Brexit. Dieser könnte sich von zwei Seiten auf die Exportwirtschaft auswirken: Für Unternehmen mit Lieferantenbeziehungen in Großbritannien stellt der Brexit schließlich auch ein hohes Beschaffungsrisiko dar. Vor allem für größere Unternehmen sind die schwachen Währungen von Schwellenländern wie Türkei oder Argentinien ein Risiko. Das sehen 26 Prozent der befragten Firmen so.

Zwar hat die Angst vor politischen Risiken als einzige zugenommen – 2015 sahen 40 Prozent der Befragten in den politischen Entwicklungen ein hohes Risiko, 2019 sind es 51 Prozent –, dennoch wiegen das Währungsrisiko und das konjunkturelle Risiko immer noch schwerer: Während 2016 96 Prozent der Exportfirmen das Währungsrisiko zu den größten Gefahren zählten, sind es in diesem Jahr 73 Prozent. Beim konjunkturellen Risiko ist der Anteil von 88 Prozent in 2015 auf aktuell 70 Prozent gesunken.

Neuer Index SXR

Um vergleichen zu können, wie sehr Schweizer Unternehmen von Exportrisiken betroffen sind, hat Euler Hermes einen neuen Indikator entwickelt. Der Swiss Export Risk Index (SXR) fasst sieben Risiken zusammen: Währungsrisiko, konjunkturelles Risiko, politisches Risiko, Cyberrisiko, Rechtssicherheit, Delkredererisiko und Korruptionsrisiko. 2019 bildet dabei das Basisjahr mit 100 Prozent. Zurückgerechnet bis 2015 zeigt sich, dass die Exportrisiken Jahr für Jahr leicht gesunken sind. Durch die Aufhebung des Mindestkurses für den Euro ist der Wert 2015 mit 118 Prozent am höchsten.

Was die Entwicklung für 2019 angeht, sind die befragten Unternehmen pessimistischer als noch 2018. Vor allem nach Großbritannien und die Türkei erwarten die Firmen sinkende Ausfuhren. Für diese Länder rechnen sie auch mit höheren Risiken – ebenso wie in Russland, den USA, Italien und Frankreich.

Die Broschüre zur Studie gibt es hier zum Download. Auf der GFL-Homepage informieren wir Sie darüber, wie Sie Risiken absichern können.

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