Langfristige Limite werden immer beliebter

Das schwächere Wachstum führt weltweit dazu, dass die Insolvenzen dieses Jahr voraussichtlich steigen. Unternehmer trifft diese Entwicklung gleich doppelt: Für sie erhöht sich nicht nur das Risiko von Zahlungsausfällen, Kreditversicherer reagieren auf steigende Schäden in der Regel auch mit gekürzten Limiten. So ist es kein Wunder, dass die Nachfrage nach unkündbaren Limiten momentan stark steigt. Was vor einigen Jahren nur in Großbritannien verfügbar war, bieten nun auch immer mehr deutsche Kreditversicherer an.

Eine der Grundstrukturen der Kreditversicherung ist, dass ein Versicherer bei Verschlechterung der Bonität die vergebenen Versicherungslimite reduzieren oder aufheben kann. Für Unternehmer führt das nicht selten dazu, dass eine schwierige Situation plötzlich untragbar wird.

Gleichzeitig hat die Bewertung des Kreditversicherers nicht immer etwas mit der wirtschaftlichen Situation des Unternehmens zu tun. Manchmal werden Limite auch gekürzt, weil Bonitätsunterlagen nicht rechtzeitig eingereicht werden oder weil sich die gesamtwirtschaftliche Lage verschlechtert. Und die sieht momentan nicht rosig aus: Weltweit haben die Firmenpleiten 2018 um zehn Prozent zugenommen. Der Kreditversicherer Euler Hermes geht davon aus, dass 2019 die Insolvenzen im dritten Jahr in Folge steigen werden.

„Dass bei Unternehmern Unmut aufkommt, wenn der Kreditversicherer in solch einer Situation die Limite kürzt, ist verständlich“, sagt GFL-Experte Fabian Sarafin. Schließlich gibt es auch Fälle in denen  der Debitor beim Versicherungsnehmer immer noch in den vereinbarten Fristen zahlt. Teilweise bestehen auch langjährige Kundenbeziehungen und die Versicherungsnehmer haben daher einen sehr engen Draht zu Ihren Abenehmern. „Doch auch die Sichtweise des Versicherers ist nachvollziehbar“, so Sarafin. „Er muss auf aktuelle Entwicklungen reagieren und seine Risiken minimieren können.“

Für diese Zwickmühle gibt es eine einfache Lösung: unkündbare Limite. Sie sollte man nicht mit der Klausel „bindende Verträge“ verwechseln: In diesem Fall sind nur Kunden abgesichert, bei denen auch tatsächlich ein Kontrakt vorliegt, der eine Weiterlieferung zur Auflage macht.

Viele Kunden müssen hier einen Nachweis erbringen, dass eine Lieferung nicht eingestellt werden kann. Diese Klausel ist in der Regel auf sechs Monate begrenzt. Aus einigen Gesprächen mit Unternehmen stellen wir aber immer wieder fest, dass viele Versicherungsnehmer sind diesem nicht bewusst sind und davon ausgehen, dass diese Klausel erstmal pauschal für alle Kunden greift.

Unkündbare Limite haben hingegen keinen Bezug zu dem eigentlichen Liefervertrag. Stattdessen  gibt der Versicherer für zwölf Monate eine Limitezusage auf Basis der Bonität. Natürlich muss auch bei unkündbaren Limiten der Versicherungsnehmer Obliegenheiten einhalten: Wenn ein Kunde nicht mehr zahlt, kann nicht unbegrenzt weiter geliefert und fakturiert werden. Der große Unterschied zur normalen Kreditversicherung ist jedoch, dass der Versicherer von sich aus keine Möglichkeit hat, das Limit zu streichen.

Bis vor einigen Jahren waren solche unkündbaren Limite nur über den Londoner Lloyd’s Markt möglich. Mittlerweile haben auch deutsche Versicherer solche Policen im Portfolio. Auch Euler Hermes als Marktführer hat den Nutzen erkannt und bietet in Kombination mit einer normalen Kreditversicherung unkündbare Limite an.

Die Preise für solche Policen sind in der Regel höher als bei einer normalen Police, dafür sind die Risiken aber auch bis zu zwölf Monate abgesichert. „Wir erkennen bei unseren Kunden einen Trend, dass sie diese Art von Lösungen sehr interessiert aufnehmen und den Bedarf erkennen“, erzählt Sarafin. „Sie sehen, dass die Vorteile trotz höherer Prämien überwiegen.“

Mehr zum Thema „Kreditversicherung“ finden Sie auf unserer Homepage: www.gfl-broker.de/kreditversicherung. Sie wollen direkt eine Beratung oder mehr über unkündbare Limite erfahren? Treten Sie mit uns in Kontakt, wir helfen Ihnen gerne weiter.

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