Rettung der Nord LB

Die Norddeutsche Landesbank Nord LB ist wegen fauler Schiffskredite in Schieflage geraten. Nun haben die Länder Niedersachsen und Sachsen-Anhalt sowie die Sparkassen angekündigt, die angeschlagene Bank zu retten. Aus Sicht von GFL-Geschäftsführer Marcus Sarafin leidet dabei das gesamte Geschäftsmodell der Sparkassen an den Problemen der Landesbanken.

In der Finanzkrise musste der Steuerzahler bereits vier Landesbanken stützen. Die Nord LB ist da vergleichsweise gut durch die Krise gekommen: Hier hat man sich nicht wie andere Landesbanken auf dem amerikanischen Häusermarkt verzockt. Doch die Schiffskrise machte der Bank zu schaffen. Für viele Milliarden hat die Nord LB Containerschiffe finanziert, die der Konkurrenz aus Fernost nicht standhalten konnten und Pleite gingen. Die niedersächsische Regierung musste daher schon vor acht Jahren 600 Milliarden Euro in das Geldinstitut pumpen. Nachdem es schien, als habe sich die Bank wieder gefangen, machte sie 2016 plötzlich Verlust und übernahm auch noch die strauchelnde Tochter Bremer Landesbank.

Eigentlich hieß es nach der Finanzkrise, dass kein Steuergeld mehr in die Rettung von Banken fließen sollte. Doch die Eigentümer – darunter die Länder Niedersachsen, Sachsen-Anhalt sowie einige andere Sparkassen ­– hatten sich vor einigen Wochen auf ein bis zu 3,7 Milliarden Euro schweres Rettungspaket geeinigt. „Wir haben die alternativen Szenarien bewertet und sind zu dem Schluss gekommen, dass die Kapitalerhöhung von den diskutierten Szenarien dasjenige ist, bei dem wir Schaden von den Sparkassen und der Sparkassen-Finanzgruppe fernhalten“, erklärte Jürgen Fox, Geschäftsführer des Sparkassenbeteiligungsverbandes Sachsen-Anhalt laut der „Welt“.

„Das gesamte Geschäftsmodell der Sparkassen in Verbindung der Landesbanken leidet aus unserer Sicht doch erheblich an den Problemen der Landesbanken“, so GFL-Geschäftsführer Marcus Sarafin. Dennoch brauchen die Sparkassen durchaus Landesbanken, die für sie Geschäfte übernehmen, für die sie zu klein sind. „Sparkassen brauchen  die Landesbanken, da größere Mittelstandskunden Volumina und Anforderungen haben, die die meisten Sparkassen nicht abbilden können“, erklärt Sarafin. Wenn sich Sparkassen durch Fusionen zusammenschließen, würden die  Anforderungen an die Bank erheblich größer. Dadurch würden die Banken den Mittelstandskunden aus den Augen verlieren. Andererseits verliere man so größere Kunden, da man die Anforderungen nicht innerhalb ihrer Strukturen abbilden kann.

„Unabhängig davon zeigt sich, dass sich Banken aufgrund von Regulatorik, geschäftspolitischen Entscheidungen, eigener Geschäftsmodelle, fehlender Ergebnisse im originären Bankgeschäft sowie der aktuellen Zinssituation und der Neuaufstellung technischer Systeme und Prozesse immer schwerer tun, ihre Ziele hinsichtlich wirtschaftlichem Erfolg in Verbindung mit Kundennähe zu realisieren“, umreißt Sarafin das Problem. „Gerade vor dem Hintergrund der sinkenden Konjunktur wird dieser Prozess möglicherweise weiter zügig voranschreiten – sichtbar durch verstärkte Unterlagenanforderungen, restriktivere Kreditentscheidungen, automatisierte Prozesse ohne menschlichen Eingriff und dem Einfordern zusätzlicher Sicherheiten in Kombination mit Preisen, was alle Kunden spürbar merken könnten.“

Mehr zu den Hintergründen im GFL-Blog: Instabile Sparkassen

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