Mehr Insolvenzen durch harten Brexit

Noch hundert Tage bis zum Brexit – und die britische Regierung streitet weiter über den Ausstieg. Die Unsicherheit der Unternehmen auf beiden Seiten des Kanals steigt, denn sicher erscheint momentan nur eines: Bei einem harten Brexit droht vielen Branchen das Chaos. Auch das Insolvenzrisiko würde stark steigen.

Wie eine Analyse des Kreditversicherers Atradius zeigt, würde es im Jahr 2020 nach einem „No-Deal Brexit“ rund 2.300 mehr Firmenpleiten geben als bei einem geregelten Ausstieg. Bereits in diesem Jahr rechnet Atradius mit 15.800 Insolvenzen in Großbritannien – das ist ein Anstieg von 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das BIP würde sich um mehr als zwei Prozent schlechter entwickeln als bei einer Übergangslösung, Inflation und Arbeitslosigkeit würden steigen, die Industrieproduktion würde gebremst.

Die steigenden Firmenpleiten treffen dabei nicht nur die britische Wirtschaft hart, sondern auch Exporteure auf dem Festland. Betroffen wären vor allem Irland, Belgien, Dänemark und die Niederlande. Schließlich würden mit der Zahl der Insolvenzen auch die Forderungsrisiken stark ansteigen.

Irland führt elf Prozent seiner Exporte nach Großbritannien aus. Vor allem das verarbeitende Gewerbe und der Lebensmittelsektor würden den harten Brexit in Form eines erhöhten Insolvenzrisikos zu spüren bekommen. Insgesamt geht Atradius von 4 Prozent mehr Insolvenzen in Irland bei einem ungeregelten Brexit aus.

In Belgien, den Niederlanden und Dänemark – Ländern mit ebenfalls hoher Exportquote ins Vereinigte Königreich ­– erwarten die Experten eine Zunahme der Insolvenzen um 1,5 Prozent.

Die komplette Analyse gibt es hier zum Download.

Mehr zum Thema „Brexit“ im GFL-Blog:

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