Hohe Verschuldung der Unternehmen birgt Risiken

Die weltweite Verschuldung steigt: Unternehmen nutzen das „billige Geld“ im Niedrigzinsumfeld und haben in der guten wirtschaftlichen Lage genügend Rückenwind durch satte Gewinne. Doch in einigen Branchen wie der Schifffahrt oder dem Textilsektor birgt die hohe Verschuldung auch Risiken.

Gute Umsätze und Gewinne sorgen dafür, dass trotz der zunehmenden Verschuldung die Nettoverschuldungsquote der Unternehmen sinkt. Sie ist 2017 um 3,2 Prozentpunkte auf 53 Prozent gefallen.

Faktoren wie Klimawandel, Digitalisierung, veränderte Kundenbedürfnisse oder schwierige wirtschaftliche Rahmenbedingungen stellen einige Branchen jedoch vor große Herausforderungen. Je schwieriger die Bedingungen, umso größer sei oft der Kapitalbedarf, so Euler Hermes. Wenn die Umsatzentwicklung da nicht Schritt halten kann, steigt die Verschuldung an und damit die Anfälligkeit für externe Schocks.

Besonders hoch seien die Risiken durch Verschuldung und Strukturwandel aktuell in der Papier-, Transport- und Textilbranche. So liege die Verschuldungsquote der größten Unternehmen in der Transportbranche weltweit durchschnittlich bei 144 Prozent. Auch die Schifffahrt steht vor Problemen, wie steigenden Ölpreisen und Handelsbarrieren in den USA und China. Ebenso wie in der Luftfahrt stieg die Verschuldung hier zuletzt sogar deutlich an, weil die Unternehmen ihre Flotten erneuern.

Die Papierbranche weist die größte Nettoverschuldungsquote auf. Bei den Big Playern der Branche liegt die Verschuldungsquote weltweit bei durchschnittlich bei 172 Prozent. Hinzu kommt ein schwacher Cash Flow. So bräuchten Unternehmen aus der Papierbranche laut Euler Hermes mehr als zwölf Jahre, um ihre Schulden aus der laufenden operativen Tätigkeit zurückzuzahlen. Auch in der Textilindustrie ist die Nettoverschuldungsquote überdurchschnittlich hoch. Sie liegt bei den größten Branchenunternehmen bei 144 Prozent.

Auch regional schwanken die Schulden stark. In Portugal, der Türkei, Griechenland und Spanien sind sie am höchsten. Der Kreditversicherer warnt, dass das für deutsche Exporteure mit hohen Zahlungsrisiken verbunden sein kann. Im Gegenzug sind Unternehmen in Afrika, Australien, Hongkong, Polen und Großbritannien weniger stark verschuldet als der weltweite Durchschnitt.

Die komplette Studie von Euler Hermes finden Sie hier.

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