Factoring: Millionenbetrug bei Advanon

Das Factoring-Fintech Advanon aus Zürich hat einen Betrug in Millionenhöhe gemeldet. Ein Schweizer Handelsunternehmen habe gefälschte Debitorenrechnungen verkauft. Das Start-up will nun seine Geschäftsstrategie ändern. Nach Erfahrung von GFL-Experte Fabian Sarafin ist solch eine – dringend notwendige – Nachjustierung bei Fintechs kein Einzelfall.

Beim Jungunternehmen Advanon hatte ein Händler für Elektrogeräte Scheinrechnungen an Anleger verkauft. Betroffen sind 78 Anleger, es geht um 2,4 Millionen Franken. Das Fintech hat nach eigener Aussage sofort die Staatsanwaltschaft informiert. Als Konsequenz aus dem Betrugsfall will Advanon bald nur noch institutionelle Investoren auf seiner Factoring-Plattform zulassen.

„In Zeiten digitaler Zahlungsströme und digitaler Plattformen muss man noch mehr Maßnahmen treffen, um sich zu schützen“, begrüßt Sarafin den Schritt. „Das betrifft nicht nur Fintechs, auch unsere Kunden und Interessenten sehen die Wirtschaftskriminalität als deutlich erhöhtes Risiko.“ Doch gerade die finanztechnologischen Start-ups seien sich dieser Verantwortung oft nicht bewusst: „Es reicht einfach nicht aus, eine schöne Homepage zu bauen und zu behaupten, dass man quasi innerhalb von 24 Stunden seine Forderungen zu Geld machen kann.“

Bei vielen Fintechs sei der Vertriebs- und Marketingprozess das erste, das vorangetrieben werde. Danach folgt die Werbung über die Plattform, um in kürzester Zeit möglichst viele Kunden zu gewinnen. Das sei per se nicht bedenklich, so der Düsseldorfer Geschäftsstellenleiter der GFL. Problematisch wird es jedoch dann, wenn sich Fintechs erst danach mit der Frage beschäftigen, wie sie sich vor externen Einflüssen schützen können und wie sie reagieren, wenn Forderungen notleidend werden. „Digitale Prozesse sind grundsätzlich eine riesige Chance für die Factoring-Branche Prozesse zu verschlanken. Die Risikosteuerung darf aber nicht nachgelagert betrachtet werden.“

Denn oft sind Fintechs nicht nur Betrügern weitgehend schutzlos ausgeliefert, auch ihr Mahnwesen ist nur unzureichend. „Es ist schon bezeichnend, dass viele Fintechs innerhalb der ersten zwei Jahre ihre Risikostrategie und Prozesse nochmal komplett neu aufstellen, da man negative Erfahrungen gemacht hat“, so Factoring-Experte Fabian Sarafin. „Teilweise sind die Gesellschaften auch direkt vom Markt wieder verschwunden, wie bei Innolend.“

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