3 Fragen an … Friedrich Karle

Ein Familienunternehmen in der sechsten Generation: Das Druckhaus Kaufmann gibt es seit 1816. Was einst als Steindruckerei und Leihbibliothek begann, ist heute ein modernes Rollen- und Bogenoffsetdruckhaus. Friedrich Karle, Mitglied der Geschäftsleitung und Kaufmännischer Leiter, hat mit GFL über die Zukunft der Print-Branche gesprochen.

Ihr Unternehmen lebt von Printprodukten. Lesen Sie trotzdem ab und an mal eine E-Book oder eine Online-Zeitung?
Natürlich schätze ich die Bequemlichkeit eines E-Books. Wenn ich in den Urlaub fahre, muss ich nicht mehrere Bücher mitnehmen nur für den Fall, dass ein Buch mir nicht gefällt oder mir der Sinn nach einem anderen Buch bzw. Genre steht. Und obwohl ich immer die lokale Tageszeitung lese, hauptsächlich wegen der regionalen Nachrichten, informiere ich mich täglich auch im Internet über aktuelle Nachrichten. Bei mir ersetzt aber das Internet eher den Fernseher, den ich selten laufen habe.

Seit Jahrzehnten heißt es: Print stirbt. Denken Sie, das Druckhaus Kaufmann wird es noch weitere 200 Jahre geben?
Ich hoffe doch sehr, dass das Druckhaus Kaufmann noch viele Jahrzehnte seine Tradition des stetigen Wandels pflegen kann. Die Druckbranche musste auch in den letzten 200 Jahren mit vielen technologisch bedingten Veränderungen zurechtkommen. Sicherlich geht die Entwicklung der modernen Informationstechnologie auch zu Lasten der Printbranche. Auf der anderen Seite profitieren wir sehr stark vom Online-Handel. Die meisten Online-Händler – insbesondere im Modebereich – lassen bei uns Produktkataloge drucken. Sie berichten uns, dass ein guter Produktkatalog die Rücksendequote für Bekleidung um 30 bis  40 Prozent senken kann. Ein gutes Argument für Printqualität.

Was würden Sie ändern, wenn Sie die Macht dazu hätten?
Wenn ich die Macht dazu hätte, würde ich gerne die Welt sozialer und gerechter zu machen, sie von egoistischen Populisten befreien und dafür sorgen, dass die Unterschiede zwischen arm und reich geringer werden. Wenn wir Hunger und extreme Armut in der Welt überwinden, dann würde auch der Migrationsdruck deutlich nachlassen. Und sozialer Frieden würde auch die Anzahl bewaffneter Konflikte deutlich senken.

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