Gute Exportchancen in Argentinien und Uruguay

Prinzessin Astrid führt Handelsmissionen nach Argentinien und Uruguay: zwei sehr unterschiedliche, aber jeweils vielversprechende Märkte für Exporteure, weiß der Kreditversicherer Credendo. Doch während das Geschäftsrisiko in Uruguay in die beste Kategorie gestuft wird, ist das Risiko in Argentinien hoch.

Argentinien

Im November 2015 gewann Mauricio Macri die Wahl. Es war ein wichtiges Zeichen: das Ende von zwölf Jahren Populismus unter Néstor Kirchner. Macri versucht seitdem, die Wirtschaft zu reformieren: So hat er die meisten Einfuhr- und Kapitalverkehrskontrollen abgeschafft, weitreichende Subventionen gestrichen und ein striktes strukturelles Reformpaket geschnürt.

Doch das Haushaltsdefizit und die Schuldenquote verharren auf hohem Niveau. Zudem hat das Leistungsbilanzdefizit in den vergangenen Jahren zugenommen. Für 2018 erwartet Credendo sogar einen weiteren Anstieg auf 5,1 Prozent des BIP, was auf geringere Sojaexporte und den Wiederanstieg der Ölpreise zurückzuführen ist. Auch die Schuldenquoten dürften in naher Zukunft vor dem Hintergrund der Leistungsbilanz- und Haushaltsdefizite sowie einer Abwertung des Pesos ansteigen (ein Großteil der Auslandsschulden lauten auf Fremdwährung).

Aufgrund der makroökonomischen Ungleichgewichte fällt der Ausblick der Credendo Group eher negativ aus. Aufgrund steigender Währungsreserven bewertete Credendo im August 2016 das kurzfristige politische Risiko mit Kategorie 4/7. Mittlerweile ist der Ausblick aufgrund der rasch steigenden kurzfristigen Schulden jedoch negativ. Das mittel- bis langfristige politische Risiko wurde im Oktober 2016 auf die Kategorie 5/7 aufgewertet. Doch auch hier ist der Ausblick negativ.

Das wirtschaftliche Risiko stuft Credendo weiterhin in die höchste Kategorie C ein. Die Kreditversicherung begründet das mit hohen Zinsen und Inflationsraten, der scharfen Abwertung des Pesos sowie dem relativ schwierigen Geschäftsumfeld.

Uruguay

In Uruguay sieht die Situation deutlich besser aus: die „Schweiz Südamerikas“ ist eines der stabilsten, wohlhabendsten und demokratischsten Länder in der Region. Seit 15 Jahren wächst das BIP, wozu auch Uruguays umfassende Diversifizierungsstrategie beiträgt. In jüngerer Zeit weist auch die Leistungsbilanz einen Überschuss auf, was den historisch niedrigen Ölpreisen und dem starken argentinischen Peso zu verdanken ist, der zu hohen Tourismuseinnahmen führt.

Das Haushaltsdefizit, das in den vergangenen Jahren gestiegen ist, bekämpft die Regierung mit Konsolidierungsmaßnahmen. So wird es, schätzt Credendo, in diesem Jahr auf -2.9 Prozent des BIP sinken. Die Staatsverschuldung dürfte somit auf einem tragfähigen Niveau von rund 65 Prozent bleiben. Dennoch bilden die Staats- und Auslandsverschuldung die größte Schwachstelle.

Aufgrund der politischen Stabilität und wirtschaftlichen Belastbarkeit stuft Credendo das mittel- bis langfristige politische Risiko Uruguays in Kategorie 3 von 7 ein. Dank der umfangreichen Währungsreserven, die das Risiko einer erhöhten kurzfristigen Auslandsverschuldung ausgleichen, wird auch das kurzfristige Risiko seit 2012 in Kategorie 3 von 7 eingestuft.

Da sich das Geschäftsklima in den vergangenen Jahren erheblich verbessert hat, stuft der Kreditversicherer das Geschäftsrisiko in die niedrigste Kategorie ein (A auf einer Skala von A bis C). Der Ausblick ist insgesamt stabil, weist aber aufgrund der ausgeprägten Marktöffnung des Landes eine unveränderte Anfälligkeit für externe Schocks auf.

Hier geht’s zum Risk Insight Uruguay, hier zum Report über Argentinien.

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