Insolvenzen: Weniger in Frankreich, mehr in Großbritannien

Die Zahl der Insolvenzen ist in Frankreich erneut stark gesunken. Für dieses Jahr prognostiziert der Kreditversicherer Atradius 51.000 Firmenpleiten. Damit läge das Insolvenzniveau auf dem gleichen Level wie unmittelbar vor der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise 2008. Dennoch bleibt Deutschlands größter Exportpartner laut einem aktuellen Atradius-Report das Land mit den meisten Pleiten in Westeuropa. Besonders hoch ist das Risiko bei den neugegründeten und kleinen Firmen: Auf sie entfallen neun von zehn Insolvenzen.

2017 hat die Konjunktur mit einem Wachstum von 1,9 Prozent wieder spürbar angezogen. Auch für dieses und nächstes Jahr erwartet der Kreditversicherer Atradius ein ähnliches Wachstum. Das führt zu einem Rückgang der Insolvenzen in fast allen Branchen. So ist die Zahl der Pleiten 2017 um 5,3 Prozent gesunken und wird 2018 voraussichtlich sogar noch stärker um 7 Prozent sinken.

Am riskantesten ist aus Sicht von Atradius die französische Agrar- und Lebensmittelbranche, unter anderem aufgrund volatiler Rohstoffpreise. Eine hohe Ausfallgefahr gebe es auch in der Textil- und Papierbranche. Und auch im Baubereich könnten sich die Insolvenzen aufgrund sinkender Margen wieder erhöhen.

Mehr Insolvenzen in Großbritannien

Insgesamt sind die Insolvenzen in Westeuropa 2017 gesunken. Eine Ausnahme bildet Großbritannien. Zwar ist der Einbruch der Wirtschaft nach der Brexit-Entscheidung ausgeblieben – 2017 wuchs sie um 1,8 Prozent, 2018 und 2019 liegt das Wachstum voraussichtlich bei 1,7 Prozent –, doch die Insolvenzen steigen. 2017 gab es 3,8 Prozent mehr Pleiten, 2018 voraussichtlich 4 Prozent. Besonders die Branchen Bau und Baumaterialien, Metall, Stahl, Papier und Textilien weisen erhöhte Risiken für Lieferanten für Forderungsausfälle auf.

Zur Atradius-Studie geht’s hier.

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