Jahresbilanz: Factoring legt um 7 Prozent zu

Der Deutsche Factoring-Verband darf einmal mehr zufrieden aufs vergangene Jahr zurückblicken: Die alternative Finanzierungsart hat 2017 um 7,2 Prozent auf 232,4 Milliarden Euro zugelegt. Die Zahl der Kunden ist sogar noch dynamischer gestiegen: um 33 Prozent. Dennoch ist die Freude leicht getrübt.

Denn nach dem ersten Halbjahr 2017 lagen die Hoffnung sogar noch höher: Hier legten die Verbandsmitglieder, die 98 Prozent des deutschen Marktes repräsentieren, sogar ein Wachstum von 8,4 Prozent vor. Grund des abgeschwächten Wachstums dürfte sein, so folgert das Finance-Magazin, dass die Banken mittlerweile dagegen hielten.

Factoringkosten sinken

GFL-Geschäftsstellenleiter Fabian Sarafin sieht in der leichten Abkühlung jedoch keinen Grund zur Sorge: „Es zeigt sich in den Zahlen deutlich, dass Unternehmen weiterhin nach alternativen Finanzierungsinstrumenten suchen.“ Durch den Vertriebsdruck entstehe ein großer Wettbewerb, der sich nicht nur günstig auf die Factoringkosten auswirke, sondern letztlich auf den ganzen Markt. „Die Preise werden weiter fallen. Dadurch wird Factoring den klassischen Banken immer mehr den Rang ablaufen.“

Im Mittelstand angekommen

2017 ist das Factoringvolumen in Deutschland zum achten Mal in Folge gewachsen. Vor allem im Mittelstand gewinnt diese Art der Finanzierung immer mehr an Bedeutung: Knapp 93 Prozent der Kunden liegen im Segment bis 10 Millionen Euro Jahresumsatz, was dem typischen KMU-Volumen entspricht. Sie erzeugen rund 58 Prozent des gesamten Volumens.

So ist es nicht verwunderlich, dass auch die Big Player von den Factoringanbietern umworben werden: Obwohl sie nur zwei Prozent der Kunden ausmachen, sind die Großkunden mit einem Jahresumsatz von mehr als 50 Millionen Euro für 24 Prozent des Factoring-Volumens verantwortlich.

Reverse Factoring bricht ein

Bei der Factoring-Arten dominiert weiterhin deutlich das Inhouse-Factoring: Es rund 77 Prozent des Marktes aus – ein Anteil, der im Vergleich zum Vorjahr nahezu gleichbleibend ist. Das Full-Service-Factoring konnte 2017 leicht zulegen: um 0,8 auf 16,1 Prozent.

Deutlich abgeschlagen ist dabei das Fälligkeits-Factoring, das nur einen Anteil von 6,5 Prozent ausmacht und gegenüber 2016 sogar um 0,4 Prozent leicht gesunken ist. Einen deutlichen Verlust musste das Reverse Factoring hinnehmen: Hier sank das Volumen um 31,4 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro. Ob das tatsächlich auf eine Trendumkehr hinweist, bleibt abzuwarten.

Neuer Markt: Health-Factoring

Deutlich an Bedeutung gewinnt allerdings das B2C- bzw. Health-Factoring. So hat sich der B2C-Umsatz 2017 nahezu verdoppelt auf nunmehr 12,2 Milliarden Euro. Der Verband führt das darauf zurück, dass neben dem Online-Handel nun auch zunehmend Dienstleister aus dem medizinischen Bereich Factoring als Finanzierungsform erkennen.

Hintergrund: Factoringkosten

Die niedrigen Zinsen und der steigende Wettbewerb machen der Branche zu schaffen. Da die Banken selbst daran interessiert sind, das günstige Geld auf den Markt zu bringen, ist es für Unternehmen mit guter Bonität einfach, an liquide Mittel zu kommen. Seit mehreren Monaten beobachtet GFL daher einen Markt, der preislich immer weiter unter Druck gerät, sodass die Kosten für Factoring fallen. Für Unternehmer ergeben sich dadurch momentan nicht nur einmalige Chancen, was die Factoringkosten angeht, die Factoring-Gesellschaften bieten auch immer mehr attraktive Sonderlösungen wie etwa Factoring in Verbindung mit Lagerfinanzierung.

Den Jahresbericht des Deutschen Factoring-Verbands finden Sie hier. Mehr zum Thema Factoring gibt’s auf der GFL-Homepage: www.gfl-broker.de/factoring

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