Export: Chancen und Risiken der EU-Freihandelsabkommen

Während in den USA der Protektionismus voranschreitet, geht die EU neue Handelsabkommen ein. Mit Mexiko hat sich Brüssel bereits auf ein neues Freihandelsabkommen geeinigt, das zollfreien Handel ermöglicht. Auch Abkommen mit Japan und Singapur sind auf der Zielgeraden, Gespräche mit dem Mercosur-Block (Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay) sollen noch dieser Tage stattfinden. Atradius sieht darin ein großes Geschäftspotenzial für Exporteure – aber auch Risiken.

Zusätzliche Absatzchancen hätten vor allem die Automobilbranche, der Maschinenbausektor, sowie die Chemie- und Pharmaindustrie. Auch Bauunternehmer und Anbieter von Konsumgütern könnten profitieren.

Japan

Bis zum Sommer soll das Freihandelsabkommen zwischen Japan und der EU unterzeichnet werden. Im Herbst 2019 könnte es dann in Kraft treten. Als drittgrößte Volkswirtschaft der Welt – nach China und den USA – ist Japan ein sehr interessanter Absatzmarkt für europäische Exporteure. Profitieren würden laut Atradius zahlreiche produzierende Industrien (Automobil, Chemie, Pharma, Maschinenbau und Konsumgüter) sowie die Lebensmittel- und Baubranche.

Mercosur-Staaten

Bislang weisen die südamerikanischen Märkte hohe Hürden für Exporteure auf. Ändert sich dies, würden vor allem die europäischen Automobil-, Chemie- und Maschinenbauunternehmen profitieren.

Mexiko

Mexiko und die EU sind sich einig, das Abkommen aus dem Jahr 2000 zu aktualisieren. Bisher waren vor allem industrielle Güter umfasst, jetzt sollen Agrar- und Lebensmittelprodukte, Dienstleistungen und staatliche Aufträge hinzukommen. Chancen würden sich dadurch etwa für die Automobilindustrie, den Energie- und den Bausektor ergeben.

Singapur

Anfang April hat die EU-Kommission die Ergebnisse der Verhandlungen mit Singapur vorgelegt. Nun hofft man auf eine schnelle Ratifizierung. Es geht um die Erweiterung der Geschäftsmöglichkeiten der Branchen Finanzen, Dienstleistungen, Transport und Telekommunikation auf beiden Seiten.

Vietnam

Die Verhandlungen wurden bereits 2016 abgeschlossen. Der Vertragsentwurf soll nun im Sommer EU-Rat und –Parlament vorgelegt werden. . Das Abkommen erleichtert vor allem der chemischen und pharmazeutischen Industrie, den Herstellern von Konsumgütern, Lebensmittelanbietern sowie Maschinenbaufirmen den Marktzugang in Vietnam.

Risiken durch Freihandel

Atradius verweist auf erhebliche Zahlungsrisiken in vielen Ländern, mit denen die EU derzeit verhandelt – etwa Argentinien, Brasilien und Vietnam. So bestünden etwa bei Geschäften mit argentinischen Unternehmen große Unsicherheiten für Lieferanten und Dienstleister. Unter anderem aufgrund der hohen Inflation könnte die Wirtschaft leicht wieder in einen Abwärtstrend geraten.

In Brasilien befindet sich das Insolvenzlevel immer noch auf einem sehr hohen Niveau. Hinzu kommen politische Unsicherheiten infolge des Petrobas-Skandals.

Und in Vietnam werden zwar solide Wachstumsraten prognostiziert, Exporteure haben hier aber häufig mit Korruption zu kämpfen. Zudem leidet der Bankensektor unter notleidenden Krediten.

Die komplette Studie finden Sie auf  www.atradius.de im Menüpunkt “Publikationen”.

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