Schwere Zeiten für italienische Baubranche

Der Baubranche in Italien stehen schwere Zeiten bevor. Nach Einschätzung von Atradius bleibt die Insolvenzgefahr hoch und das Wachstum der Branche wird sogar noch zurückgehen. Nach 1,6 Prozent in 2017, erwartet der Kreditversicherer in diesem Jahr nur noch 1,4 Prozent und ab 2019 gerade einmal 1,1 Prozent.

Investitionen sind niedrig

Die Bauinvestitionen lassen nicht darauf schließen, dass sich die Lage bald bessert: Nachdem sie zwischen 2007 und 2016 um 35 Prozent gesunken sind, gab es 2017 ein minimales Wachstum von 0,2 Prozent. Allerdings nicht beim Wohnungsbau: Hier gingen die Investitionen um 1,5 Prozent zurück.

Späte Zahlungseingänge

Für dieses Jahr werden die Bauinvestitionen laut Atradius-Prognose um 1,5 Prozent ansteigen – angekurbelt durch Investitionen des Staats. Allerdings sind die öffentlichen Auftraggeber selbst ein Risiko: Im Durchschnitt zahlen sie nach 156 Tagen. Im EU-Recht vorgeschrieben sind 60 Tage.

KMU fehlt Working Capital

Vor allem kleinen und mittleren Unternehmen fehlt dadurch schnell das nötige Working Capital, so dass ihrerseits Zahlungsunfähigkeit oder die drohende Insolvenz Folge sind. Die strenge Kreditvergabe der Banken setzt die verschuldeten Unternehmen dann nochmals mehr unter Druck. Und während große Bauunternehmen zwar von der Exportnachfrage profitieren, leidet der Mittelstand vor allem unter der schwachen Binnennachfrage.

Ob sich die Lage für die Branche nach den Parlamentswahlen verbessert, ist laut Atradius noch nicht abzusehen.

Den kompletten Atradius-Report finden Sie hier.

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