Länderrisiko Polen und Türkei

Der Kreditversicherer Coface hat zwei Länder im Blickpunkt: Polen und die Türkei. Denn obwohl beide Länder im vergangenen Jahr mit kräftigem Wachstum punkten konnten, bleiben die Märkte krisenanfällig.

Das Wirtschaftswachstum der Türkei hat in den ersten drei Quartalen die Erwartungen deutlich übertroffen: Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum wuchs sie um 7,4 Prozent. Im dritten Quartal wurden sogar +11,1 Prozent verzeichnet – das größte Plus aller G-20-Länder. Zum Wachstum trugen laut Coface staatliche Maßnahmen, höhere Investitionen, steigende Exporte und die Erholung des privaten Verbrauchs bei.

Die türkische Wirtschaft bleibe dennoch anfällig: So ist das Kredit-Einlagen-Verhältnis in der zweiten Jahreshälfte 2017 auf 125 Prozent gestiegen. Steigende Bank- und Wechselkursrisiken sind die Folge.Die Türkei ist damit nicht nur anfälliger für Währungsschwankungen, auch die Investitionsbereitschaft aus dem Ausland könnte dadurch sinken.

Insolvenzen steigen in Polen

Auch in Polen hat die Wirtschaft 2017 wieder angezogen: Nach 2,7 Prozent in 2016 legte sie im vergangenen Jahr um 3,9 Prozent zu. Größter Wirtschaftsmotor ist der Privatkonsum. Er wird von steigenden Löhnen und einer Arbeitslosenquote von gerade einmal 4,7 Prozent (EU-Durchschnitt 7,6 Prozent) beflügelt.

Trotz des Wachstums sind die Insolvenzen in den ersten drei Quartalen 2017 stark gestiegen – und zwar um 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Coface erklärt das mit Änderungen im Insolvenzrecht, geringerer Rentabilität, intensivem Wettbewerb, Margendruck, Zahlungsrückständen und Arbeitskräftemangel.

Für dieses Jahr prognostiziert der Kreditversicherer ein Wachstum von 3,5 Prozent. Allerdings gebe es bereits Anzeichen für eine Überhitzung, die zur Herausforderung für Unternehmen werden könnten. Die Zahl der Insolvenz- und Restrukturierungsverfahren werde leicht zurückgehen: um 0,7 Prozent.

Hier geht’s zu den Coface-Berichten: Polen und Türkei

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