ING Diba kauft Lendico

Sie ist die erste führende deutsche Bank, die im großen Stil ins Fintech-Geschäft einsteigt: Die ING Diba kauft den Berliner Online-Kreditmarktplatz Lendico. Wie die Bank Anfang der Woche meldete, ist die Kaufabsicht bereits dem Bundeskartellamt zur Prüfung gemeldet. Mit dem Erwerb will die ING Diba kleine und mittlere Unternehmen für sich gewinnen.

„Wir sehen im Bereich digital SME sehr viel Wachstumspotential für uns“, heißt es in einer Mitteilung der Bank. So ist die Übernahme von Lendico auch bereits der dritte Fintech-Deal: Im vergangenen Jahr ging die Bank bereits Kooperationen mit dem Online-Versicherungsvermittler Clark und der Online-Vermögensverwaltung Scalable Capital ein.

“Fintechnisierung” des Geschäftsmodells

Magazine wie das Handelsblatt bezeichnen den erneuten Schritt in Richtung Fintechs als „einschneidend für die deutsche Bankenbranche“. So signalisiere die ING Diba mit dem Deal, dass sie so konsequent wie keine andere große deutsche Bank die „Fintechnisierung“ des eigenen Geschäftsmodells anstrebe.

Zudem öffnet sich die Bank mit den drittmeisten Kunden in Deutschland damit auch den kleineren und mittleren Unternehmen. Denn Lendico spezialisiert sich seit einigen Jahren nicht mehr auf Verbraucherkredite, sondern auf Darlehen für Mittelständler. ING Diba beschreite nach der weitgehenden Digitalisierung des Retailgeschäfts nun offenbar denselben Weg im KMU-Bereich, was im deutschen Bankenmarkt noch kaum verbreitet sei, so das Handelsblatt.

Vor allem an der Technologie interessiert

Nach Einschätzung von boerse.ARD.de ist für das Geldhaus jedoch vor allem die Technologie interessant: Mit der Übernahme spare sich das Institut die teure Entwicklung einer eigenen Anwendung.

„Es wird interessant sein zu sehen, ob weitere Banken den Schritt der Digitalisierung ebenfalls über externe Zukäufe oder eigens aufgebautes Know-how vorantreiben wollen“, so GFL-Geschäftsstellenleiter Fabian Sarafin. „Auch verwandte Brachen wie Factoringgesellschaften werden überlegen müssen, wie sie ihr Geschäft in der digitalen Welt weiter entwickeln können.“

Mehr zum Thema Fintechs und Working Capital im GFL-Blog:

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