Pleitewelle durch Amazon Fresh?

Amazon will in den deutschen Lebensmittelhandel einsteigen: Über Amazon Fresh sollen angeblich bereits ab Ende April frische Lebensmittel erhältlich sein. Für die Supermärkte könnten dadurch schwere Zeiten anbrechen. Christoph Niering, Vorsitzender des Berufsverbands der Insolvenzverwalter in Deutschland (VID), warnte gegenüber der WirtschaftsWoche vor einer Pleitewelle.

Angebote wie Amazon Fresh könnten für zahlreiche Insolvenzen sorgen, sagte Niering gegenüber des Wirtschaftsmagazins. Unter der Digitalisierung würden vor allem traditionelle Handelsketten und ihre Lieferanten leiden. Da dort bereits heute die Margen niedrig sind, könnte der zusätzliche Preisdruck tausende von Arbeitsplätzen kosten.

Auch GFL beobachtet verstärkt, wie der Onlinehandel Druck auf die Lebensmittelbranche ausübt: „Wir erleben in vielen Gesprächen mit unseren Kunden, dass eine Veränderung bereits voll im Gange ist und man sich schneller als der Wettbewerb neu erfinden muss“, so Fabian Sarafin, GFL-Geschäftsstellenleiter in Düsseldorf. „Es wird spannend sein zu sehen, wie etablierte Branchen mit dem Thema Digitalisierung umgehen.“

Gerüchte über den Start von Amazon Fresh in Deutschland gibt es bereits seit Jahren. Dem Handelsblatt zufolge gilt es nun allerdings als sicher, dass der Online-Anbieter noch diesen Monat in Berlin startet. Über ihn können dann nicht nur wie bisher Getränke und Drogerieartikel gekauft werden, sondern die komplette Produktpalette frischer Lebensmittel.

Bisher zeigen sich die Deutschen recht zurückhaltend, was den Lebensmitteleinkauf per Mausklick angeht: Einer Studie von AT Kearny zufolge umfasst der Markt bisher nur knapp zwei Milliarden Euro – rund ein Prozent des Gesamtumsatzes. Amazon Fresh könnte das nun ändern.

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