Länderrisiko Bulgarien

Bulgariens Wirtschaft erholt sich langsam. Dem kurzfristigen politischen Risiko, also der Liquidität des Landes, erteilt die Credendo Group die Bestnote. Langfristig urteilt der Kreditversicherer weniger positiv: Das mittel- bis langfristige politische Risiko wird in Kategorie vier von sieben eingestuft. Und auch das Geschäftsrisiko bekommt nur eine mittlere Wertung.

Die Finanzkrise  hat Bulgarien hart getroffen. Nach Jahren steigenden Wachstums, verzeichnete das BIP nach 2010 nur noch einen Anstieg von 0,9 Prozent (zwischen 2000 und 2008 durchschnittlich 6 Prozent). Erst 2015 beschleunigte sich das Wachstum dank der guten Ergebnisse im Exportgeschäft und einem Anstieg der öffentlichen Investitionen – ermöglicht durch EU-Finanzierung – erneut auf rund 3 Prozent.

Credendo erwartet, dass sich die positive Entwicklung fortsetzt und das Wachstum in diesem und nächstem Jahr bei 2,3 Prozent liegt. Zudem verfügt das Land über hohe Währungsreserven, ist durch seinen Leistungsbilanzüberschuss wenig anfällig für externe Einflüsse und als EU-Mitglied ist die Kontrolle des makroökonomischen Gleichgewichts möglich.

Doch obwohl das kurzfristige politische Risiko damit sehr gering ist, erreicht das Geschäftsrisiko nur die Wertung  B auf einer Skala von A bis C. Denn nach der Bankenkrise im Jahr 2014 ist immer noch keine Erholung beim Kreditwachstum zu verzeichnen. Die Verschuldung der Unternehmen ist sehr hoch und die anhaltende Deflation beeinträchtigt ihre Rentabilität, so dass sie weniger Schulden abbauen können. Die Verschuldung bulgarischer Nichtfinanzunternehmen gehört zu den höchsten unter den EU-Mitgliedsstaaten. Außerdem verschlechtern Korruption und mangelnde Rechtsstaatlichkeit das Geschäftsumfeld.

Auch das lang- und mittelfristige politische Risiko – das die Zahlungsfähigkeit des Landes widerspiegelt–  ist recht hoch, was an der hohen Auslandsverschuldung liegt. Zwar hat die strukturelle Verbesserung der Leistungsbilanz geholfen, die Bruttoauslandsverschuldung zu reduzieren, sie ist aber nach wie vor auf einem hohen Stand ist (88 Prozent des BIP im Jahr 2015). Die Reduzierung ist hauptsächlich auf eine Verringerung der kurzfristigen Schulden bis 2014 zurückführen, unter anderem weil Geschäftsbanken in geringerem Maße auf Finanzierung durch ihre ausländischen Mutterbanken angewiesen sind.

Die Credendo-Studie finden Sie hier.

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