Länderstudie: kurzfristiges politisches Risiko in Kolumbien gering, Geschäftsrisiko im Mittelfeld

Die Credendo Group stuft Kolumbien hinsichtlich des kurzfristigen politischen Risikos in die bestmögliche Kategorie ein. Das teilte der Kreditversicherer im Rahmen seiner aktuellen Länderstudie mit.

Die stabilen politischen Rahmenbedingungen sicherten Kolumbien ein robustes Wachstum, zusätzlich würden aufgrund eines komfortablen Devisenpolsters die sinkenden Ölpreise dem Land weniger zu schaffen machen, so die Länderrisikoanalysten der Gruppe. Auch die Abhängigkeit Kolumbiens von kurzfristigem Fremdkapital halte sich aufgrund der guten Liquiditätsausstattung in Grenzen. Doch so positiv die Experten das kurzfristige Risiko bewerten – beim mittel- und langfristigen Risiko sehen die Perspektiven nicht so rosig aus.

Hier reicht es gerade einmal für die vierte von sieben Kategorien. Die prekäre Sicherheitslage durch die linken Rebellen und kriminellen Banden, die Abhängigkeit vom Ölsektor und die beträchtlichen Schuldendienstzahlungen führten zu dieser Einschätzung.

Auch was das Geschäftsrisiko angeht, sehen die Experten Kolumbien im Mittelfeld. Zwar liegt das Land damit noch vor Brasilien oder Venezuela, doch die verbesserungswürdige Qualität der Institutionen und die jüngste Abwertung des Peso machten eine bessere Einstufung unmöglich. Positiver sieht das Coface, die Kolumbien als einer der Verfolger der BRICS-Staaten sieht.

Die Länderrisikoeinschätzung der Credendo Group basiert auf mehreren Faktoren:

  • die fest verankerte Demokratie
  • die innere Sicherheit, die eine der größten Herausforderungen für die kolumbianische Politik darstellt. Das Land leidet stärker unter Gewalt als viele seiner Nachbarländer. Die Gewalt geht zum einen von den Rebellen der FARC und der ELN aus, die mit Waffengewalt gegen die Regierung kämpfen. Zum anderen wird Kolumbien von kriminellen Banden bedroht.
  • die Wirtschaftspolitik, die liberalen Grundprinzipien folgt. Kolumbien hat inner- und außerhalb Südamerikas viele Freihandelsabkommen unterzeichnet, unter anderem auch mit den USA und der EU.
  • die Auslandsverschuldung, die in den vergangenen zehn Jahren von 35 Prozent des BIP auf 25 Prozent gesunken ist. Die Schuldenquoten haben sich vor allem dank des starken Zuflusses von Direktinvestitionen verbessert, die keine Zunahme der Verschuldung verursachen.
  • das Wirtschaftswachstum, das im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre bei 4,7 Prozent lag.

Hier finden Sie mehr zu den Risikofaktoren, die Hintergründe der Länderrisikoeinschätzung sowie Zahlen und Fakten zu Kolumbien.

 

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