Zahlungsmoral in Südeuropa am schlechtesten

Schweden geht als gutes Beispiel voran, Italien und Griechenland bilden das Schlusslicht: Was die Zahlungsmoral angeht schneiden die südeuropäischen Länder am schlechtesten ab. Wie das Zahlungsmoralbarometer des Kreditversicherers Atradius zeigt, stehen in Italien mehr als 50 Prozent der inländischen Forderungen auch nach dem Fälligkeitstermin noch aus. Zum Vergleich: In Schweden sind nur 20 Prozent der Rechnungen überfällig.

Der europäische Durchschnitt für inländische Forderungen liegt bei knapp 45 Prozent. Der Grund für die Verzögerungen: eine unzureichende Liquidität. In Griechenland gaben 84 Prozent der Befragten an, dass fehlende finanzielle Mittel der Grund für die verspäteten Zahlungen sind; in Italien 73 Prozent. Mehr als 50 Prozent der europäischen Befragten nutzen die ausstehenden Zahlungen ganz gezielt als Finanzierungsinstrument. Die Zahlungsmoral in Osteuropa hat Atradius bereits im vergangenen Jahr untersucht.

In Deutschland werden 42 Prozent des Gesamtwert des inländischen B2B-Forderungen zu spät bezahlt. Dieser Wert liegt leicht über dem westeuropäischen Schnitt. Dabei ist der Anteil überfälliger Rechnungen ausländischer Geschäftskunden geringer als der der inländischen. Die B2B-Kunden deutscher Unternehmen zahlen ihre überfälligen Rechnungen im Durchschnitt 20 Tage nach dem Fälligkeitsdatum, was dem europäischen Schnitt entspricht. Wenn auch mit Verspätung, zahlen die meisten B2B-Kunden letztendlich doch: Der Anteil der uneinbringlichen Forderungen liegt mit 0,7 Prozent in Deutschland deutlich unter dem westeuropäischen Durchschnitt von 1,2 Prozent.

Die kompletten Studienergebnisse des Atradius-Zahlungsmoralbarometers finden Sie hier zum Download.

 

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