Banken bauen Risikovorsorge ab

Hohe Gewinne trotz gravierender Probleme? Für viele Banken anscheinend kein Widerspruch. Wie die Süddeutsche Zeitung meldet, präsentieren Banken positive Zahlen, indem sie ihre Risikovorsorge abbauen.

So hat die Commerzbank für 2014 einen Gewinn von 602 Millionen Euro verzeichnet – der laut SZ-Recherchen jedoch nur aus einer einzigen Quelle stammt: Dem Abbau der Risikovorsorge, die eigentlich unvorhergesehene Verluste im Kreditgeschäft abfangen soll.

Diese Praxis scheint momentan zum Usus zu gehören: Auch die Deutsche Bank, die Hypo-Vereinsbank und die DZ Bank haben die Vorsorge im vergangenen Jahr zurück gefahren. Die Sparkassen haben die Risikovorsorge auf 0,3 Milliarden Euro abgesenkt – vor zehn Jahren lag sie noch bei 4,3 Milliarden.

Ein kritisches Verhalten, bedenkt man, dass die meisten Banken versuchen, die durch die niedrigen Zinsen sinkenden Gewinne an den Krediten zu kompensieren, indem sie immer mehr Kredite vergeben. Doch statt gleichzeitig auch die Risikovorsorge zu erhöhen, wird sie abgebaut.

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