Postbank: Der EWU-Erholungsprozess auf „wackeligen Füssen“

In der „Postbank Zinsprognose“ vom September diesen Jahres ist davon die Rede, dass der Erholungsprozess in der EWU doch einige Fragezeichen mit sich bringt.

Das BIP des Euroraumes konnte im 2. Quartal nicht wachsen, dabei waren die Entwicklungen in den einzelnen Ländern sehr unterschiedlich.

So bildet Zypern beispielsweise das Schlusslicht mit einem Rückgang des BIP um 0.3%. Deutschland und Italien zeigen einen Rückgang um – 0.2% im Vergleich zum 1. Quartal und in Frankreich stagnierte das BIP zum zweiten Mal in Folge.

Klassenbester war Spanien, das seine Wirtschaftsleistung um 0.6% steigern konnte und damit sogar den vierten Zuwachs in Serie erzielte. Auch in den Niederlanden konnte eine Steigerung um 0.5% erzielt werden und Portugal konnte immerhin den Rückgang von 0.6% aus dem letzten Quartal ausgleichen.

Für diese Entwicklung gibt es unterschiedlichste Gründe, wie z.B. der Rückgang der Bauinvestitionen in Deutschland nach dem witterungsbedingten Boom zu Jahresbeginn oder aber der Konflikt mit Russland, der zunehmend die Exporte Europas belastet.

Die Unternehmensstimmung ist im August gefallen. So gab der PMI für das Verarbeitende Gewerbe erneut um 1,1 Punkte auf 50.7 Punkte nach. Im Dienstleistungssektor gab der PMI nach einer Verbesserungstendenz in den vergangen Monaten um 0.7 Punkte auf 53.5 Punkte nach.

Der ifo-Geschäftsklimaindex, als wichtiger Indikator für die deutsche Wirtschaft, fiel im August von 108.0 auf 106.3 Punkte und ist damit der vierte Rückgang in Folge. Immerhin deutet er auf ein solides Wachstum in der 2. Jahreshälfte hin, wie auch die deutsche Einkaufsmanagerindizis.

Somit reduziert die deutsche Postbank ihre EWU-BIP-Prognose für 2014 von 1.1% auf 0.8%. Für Deutschland senken sie ihre BIP-Prognose für 2014 von 1.8% auf 1.5% und für 2015 von 2.0% auf 1.8%, vorbehaltlich einer weiteren Absenkung im Falle anhaltender geopolitische Spannungen und weiterer Auswirkungen auf die Exporte aufgrund der Sanktionen gegenüber Russland.

Die Inflationsrate in der Eurozone sank im August von 0.4% auf 0.3% und erreichte damit ein neues zyklisches Tief. Dagegen beschleunigte sich der Preisauftrieb bei Industriegütern von 0.0% auf 0.9%. Damit stieg die Kerninflationsrate von 0.8% auf 0.9%. Man erwartet eine Beschleunigung der EWU-Inflation von 0.7% auf 1.0% im Jahr 2015.

Dies und weitere Informationen zur Postbank Prognose

 

 

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