Länderstudie Ungarn

Die Credendo Group hat Ungarn analysiert.

In 2013 fand das Land wieder den Weg zurück auf den Wachstumspfad. Grund hierfür waren die höheren Staatsausgaben im Vorfeld der Parlamentswahlen sowie eine Erholung der Exporte. Der Kreditversicherer Credendo-Group erwartet in 2014 eine Festigung der Konjunktur, während das günstigere Umfeld in der Euro-Zone die Auslandsnachfrage stützen sollte.Der Bankensektor bleibt schwach, das diesen hohe Steuern und notleidende Forderungen belasten. Dies führt zu einer mittleren Einschätzung in Kategorie B.

Das Land hat eine gute Liquiditätsausstattung und eine akzeptable Höhe kurzfristiger Schulden. In Zusammenhang mit der Mitgliedschaft in der EU sorgen diese Faktoren für eine niedrige Einschätzung des kurzfristigen politischen Risikos. Verschieden Einflussfaktoren erhöhen aber das Risiko auf lange Sicht. So sind die schwere Last der Auslands- und Staatsverschuldung, der zum grossen Teil auf Fremdwährungen lautende Teil der privaten und öffentlichen Schulden zwei Themen, die neben der Durchführung unorthodoxer wirtschaftspolitischer Massnahmen in- und ausländischer Investoren das Wachstumspotential beeinflussen.

Lesen Sie hier die Risikofaktoren und den Ausblick aus der Studie der Credendo-Group

Ebenfalls hat die Credendo-Group eine Zusammenfassung der Pros und Kontras zusammengestellt: Hier

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die derzeitige Regierung unter Victor Orban auf einsamen Kurs unterwegs ist. Nach seiner erstmaligen Wahl im Jahr 2010 schloss er eine Allianz mit den Christdemokraten der KDNP, und die so gewonnene Zweidrittelmehrheit im Parlament lässt ihm mehr oder weniger freie Hand. Änderungen in der Verfassung, die u. a. die Kontrolle auf staatliche Institutionen vergrösserte und zum Teil als Angriff auf demokratische Werte angesehen wurden, gefolgt von wechselhaften und unorthodoxen Änderungen auf wirtschaftlicher und fiskalischer Ebene liessen Auslandsinvestoren vom Land abrücken.

Nach der Rezession in 2012 fand die Wirtschaft in 2013 zurück auf den Wachstumsmarkt. Nach Prognosen des IWF kann daher mit einem Wachstum von 2% im Jahr 2014 und von 1,7% im Jahr 2015 gerechnet werden.

Moderat gilt das Risiko rund um die Ukrainekrise, da die Exporte in diese Länder bescheiden sind. Allerdings ist die Energieabhängigkeit von Russland sehr hoch, welches einen grossen Teil des importierten Erdgases liefert. Die Reserven werden allerdings als reichlich angegeben. Grosse finanzielle Verpflechtungen zu Russland gibt es durch die Bank OTP, welche über ihre lokale Tochtergesellschaft 9% der gesamten Vermögensgruppe beträgt.

Ein weiterer Schwachpunkt ist neben dem Niveau der Staatsverschuldung (119% des BIP in 2013) die Auslandsverschuldung. Zum Glück konnte diese mittlerweile durch die Emission von Auslandsanleihen zum grossen Teil schon zurückgezahlt werden.

Lesen Sie hier die komplette Ländereinschätzung der Credende Group

 

 

 

 

 

 

 

 

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