Euler Hermes bewertet diverse Länder neu

Der Versicherer berichtet von einer Erholung der Länder Griechenland, Spaniens, Portugal, Italien, Irland, Ungarn und Serbien. Die Übernahme von Versicherungssummen auf Abnehmer in Griechenland u. a. bestätigen diese Entwicklung.

Für Deutschland als Exportweltmeiser sind die aktuellen Verbesserungen ein gutes Zeichen, so der Versicherer. Dennoch verbleiben die Risiken auf hohem Niveau, vor allem durch die hohe Staatsverschuldung zahlreicher Länder und die vielerorts geringe Inflation, die den Schuldenabbau erschweren könnte. Ebenfalls ist der Bankensektor, trotz starker Verbesserungen, ein weiterhin hohes Risiko.

Die Rettung durch den Euro-Rettungsschirm hat neben Italien, Spanien und Portugal auch Griechenland sehr geholfen. Das Land ist mittlerweile wieder an den Kapitalmarkt zurückgekehrt und kommt auch wirtschaftlich langsam wieder in Fahrt.

Neben Griechenland sind die nachfolgend aufgeführten Länder in deren Bewertung verbessert worden:

Elfenbeinküste: die politische Stabilität beschleunigt die Erholung. Die evisenreserven und die Einfuhrdeckung befinden sich auf komfortablem Niveau und die externen Verschuldundszahlen sowie die Schuldendienstquote sind nach Schuldenerlassen und Umschuldungen niedrig. Deshalb erfolgte eine Hochstufung von D4 auf D3.

Griechenland: Aufgrund der vorgenannten Punkte erfolgte eine Hochstufung von C3 auf B2.

Ungarn: verbesserte Wachstumsprognosen sowie konsequente geldpoltische Massnahmen lassen die Erholung anhalten und führen beim Kreditversicherer zur Hochstufung auf B2 (vorher C3.

Indien wurde von B2 auf B1 hochgestuft. Grund sind die verbesserten Wachstumsprognosen und konsequente geldpolitische Massnahmen. Die jüngste Erholung der Kapitalzuflüsse sollte gemäss Euler Hermes anhalten und im Inland die Investitionen stützen.

Irland hat seine finanzielle Unabhängigkeit wieder erreicht und die Restrukturierung des Bankensektors abgeschlossen. Dennoch bleibt das Land anfällig. Der grosse Schuldenberg stellt das Land vor grosse Herausforderungen. Neues Rating ist BB2 (vorher BB3)

Italien: Günstigere Konjunkturaussichten sowie ein Rückgang der Insolvenzen resultieren in einer Heraufstufung von A3 auf A2.

Nicaragua: Eine Verbesserung der Fiskalpolitik sowie eine 2012 umgesetzte umfassende Steuerreform verbessern den Einzug von Steuereinnahmen erhöhte diese entsprechend. Das dennoch für externe Schocks anfällige Land verbesserte sich von D4 auf D3.

Nigerias Liquiditätsversorgung und die Verschuldungskennzahlen befinden sich auf komfortablen Niveau. Das BIP-Wachstum ist robust und die kurzfristigen Risiken sinken. Allerdings trüben die Sicherheitsrisiken für Menschen und Unternehmen etwas. Dennoch gab es eine Heraufstufung von D4 auf D3.

Portugals günstige Konjunkturaussichten sowie der Rückgang der Insolvenzen seit 2013 lassen das Land auf B2 (vormals B3) rutschen. Die hohe Staatsverschuldung und das haushaltsdefitzit stellen das Land dennoch vor grosse Herausforderungen. Dies auch weil die Inflation niedrig bleiben dürfte.

Serbien wird hochgestuft auf D3 (ehemals D4). Die Wirtschaft hat die Rezession überwunden und der Wechselkur hat sich stabilisiert. Das Land verfügt über ausreichend Devisenreserven, leidet aber nach wie vor unter strukturellen Schwächen, einer anhaltend schwachen Binnennachfrage und hoher Arbeitslosigkeit.

Spanien: Sinkende Insolvenzen seit 2013 und eine günstiger Konjunkturaussicht verändern das Rating von A3 auf A2. Die Binnennachfrage dürfte anziehen und das Wachstum weiter antreiben. Aufgrund der hohen Verschuldung bleibt die Haushaltslage aber weiterhin kritisch. Die niedrige Inflation erschwert den Schuldenabbau von Regierung und Privaten weiterhin.

Euler Hermes unterscheidet zwischen einem mittelfristigen Rating (auf einer Skala von AA, A, BB, B, C, D) und einem kurzfristigen Rating (auf einer Skala von 1, 2, 3, 4). Diese beiden Ratings werden zu einem Gesamtländerrating (von AA1 = Bestnote bis D4 = schlechtestes Rating) kombiniert.

Hier finden Sie die weltweite Länderrisikokarte von Euler Hermes mit der Einschätzung von 241 Länder:

 

 

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