Coface: neue Studie zu Türkei und Brasilien

Laut Einschätzung der Coface-Experten erreicht das brasilianische Wachstums-Modell aufgrund von mangelnden Reformen seine Grenzen.

Trotz lebhafter Konjunktur im letzten Jahr habe Brasilien die Chance verpasst notwendige Reformen zur Modernisierung der Infrastruktur und Verbesserung des Geschäftsumfeldes für Unternehmen zu schaffen, um die Produktivität und Leistungsfähigkeit auszubauen. Das vorhandene Potential werde nicht ausgeschöpft und auch von der Fußball-WM haben nur einige Bereiche (Tourismus, Gastronomie, Bekleidung) profitiert. Dies, weil einige Branchen sogar angehalten wurden, an Spieltagen nicht zu arbeiten aufgrund von einer unzureichenden Infrastruktur.

Bereits zuvor wurde Brasilien in der Länderbewertung vom internationalen Kreditversicherer in A4 zurückgestuft. Hohe Transport-, Energie- und Lohnkosten und der Wettbewerb durch die Importe erhöhen den Druck der einheimischen Industrie. So erwartet Coface lediglich ein BIP-Wachstum von 1,3 Prozent für 2014. Das Wachstum kann nicht mehr wie bisher durch den privaten Konsum betrieben werden, denn die Zinsen steigen, der Inflationsdruck nimmt zu und die Löhne steigen nur sehr langsam an.

Dennoch könnte laut den Experten von Coface 2015 ein Wendepunkt werden. Die staatliche Preiskontrolle könnte das Vertrauen der Investoren stärken und so mittelfristig die Konjunktur antreiben.

Auch die türkische Wirtschaft dürfte aufgrund von Inflation, Lira-Schwäche und politischer Risiken zunehmend Problem haben, so bewertet die Coface das Szenario für 2014.

2013 zeigte die türkische Wirtschaft mit 4 Prozent noch ein starkes Wachstum aufgrund einer guten Inlandsnachfrage. Jedoch gegen Ende 2013 führten hohe Lebensmittelpreise, eine starke Nachfrage und die scharfe Abwertung der Lira zu einer Inflationsrate von 7,4 Prozent.

Bei der Bewertung der Unternehmensrisiken ist Coface vorsichtig. Abhängig von der Präsidentenwahl im August und möglicher politischer Unruhen könnten ausländische Investoren das Land verlassen und zu starken Schwankungen an den Devisenmärkten führen, welche die Auslandsverschuldung der Unternehmen weiter belasten würde.

Das prognostizierte Wachstum 2014 wird nachlassen, da die Verbrauchernachfrage aufgrund steigender Kreditzinsen und Maßnahmen zur Begrenzung der Darlehnsbelastung zurückgehen wird. Auch die Arbeitslosigkeit dürfte kurz- und mittelfristig steigen.

Die steigenden Kreditkosten in Verbindung mit der Lira-Abwertung führen zu Risiken im privaten Wirtschaftsbereich. Aufgrund dieser Faktoren hat die Coface die Türkei in der Länderbewertung auf die Stufe A4 mit negativer Beobachtung gesetzt.

 

Den kompletten Bericht über die Türkei bzw Bericht über Brasilien

 

 

 

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