Coface: Einschätzung der KMU-Insolvenzsituation in Spanien und Frankreich

Gemäss einer Pressemitteilung der Coface-Kreditversicherung bleibt das Ausmass der Unternehmensinsolvenzen in Spanien und Frankreich, bei einer ähnlichen wirtschaftlichen Dynamik, Besorgnis erregend. Allerdings haben sich die kleineren und mittleren Unternehmen in beiden Ländern unterschiedlich entwickelt. Die Prognosen der Coface für 2014 bestätigen diesen Unterschied. In Spanien erwartet der Kreditversicherer einen Rückgang der KMU-Insolvenzen um 13%, in Frankreich wird es mit -0,5% stabil bleiben.

In beiden genannten Ländern sind insbesondere kleinere und mittlere Unternehmen betroffen, deren Insolvenz starke Auswirkungen auf die jeweilige Wirtschaft hat. Dies weil die KMU mehr als ein Drittel der Lohnempfänger beschäftigen und weil diese Unternehmen mehr als 30% der Wertschöpfung erbringen.

Die Insolvenzen im KMU-Sektor gingen gem. der Coface in Spanien von 02-2013 bis 03-2014 im Vergleich zum Vorjahr um 4% zurück, nachdem sie davor um 30% gestiegen waren. In Frankreich dagegen stiegen die Insolvenzen bis Ende 03-2014 weiter um 4%.

Besonders schwierige makro-ökonomische Bedingungen erklären die Probleme der spanischen KMU. Die Wirtschaftskrise traf diese Unternehmen besonders hart und führte zu einer tiefgehenden Veränderung. Die hohe Verschuldung zwang die Unternehmen, Verbindlichkeiten aufzubauen und reduzierte gleichzeitig die Investitionsmöglichkeiten. Doch trotz des Drucks auf Cashflow und Kredite stieg die Profitabilität. Spanische KMU erreichten an die 45%, Frankreich dagegen nur 30% Marge. Aufgrund der schwachen Inlandsnachfrage haben sich viele der KMU dem Export zugewandt. So exportierten 25% der spanischen KMU. In Frankreich sind es 19%.

Obwohl in Frankreich die Auswirkungen der Krise weniger heftig als in Spanien waren und die Nachfrage stabil blieb, litten die französischen KMU. Coface sieht eine gefährliche Schwäche der Unternehmen, die sich auch im anhaltend hohen Insolvenzniveau zeigt.

Gem. dem Versicherer Coface ergeben sich drei Faktoren, die für die Insolvenzprognose in Frankreich und Spanien entscheidend sind. Zum einen der Einfluss der Baubranche, die die meisten Insolvenzen verbucht, die Abhängigkeit der Unternehmen vom Konsum sowie dem Export der Güter (Spanien) oder Dienstleistungen (Frankreich). Der Kreditversicherer erwartet ein Rückgang der Insolvenzen im laufenden Jahr in Spanien um 13%. In Frankreich dagegen wird keine deutliche Verbesserung vorausgesagt. Sollte der Konsum leicht um 0,8% wachsen, der Export von Dienstleistungen um 3% anziehen und die Arbeitskosten im Bausektor nur um max. 0,5% steigen, dann wird dort bei den Insolvenzen ein Minus von 0,5% erwartet.

Lesen Sie hier die komplette Presseveröffentlichung

 

 

 

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