Euler Hermes – Economic Outlook Nr. 1207: Insolvenzentwicklung

Passend zur laufenden Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien hat der Kreditversicherer Euler Hermes den Economic-Outlook Nr. 1207 zum Thema der weltweiten Insolvenzentwicklung, als Weltmeisterschaft ausgeformt, veröffentlicht. Im vergangenen Jahr nahmen die weltweiten Insolvenzen um -3% ab, in diesem Jahr wird mit einem Rückgang von -8% gerechnet, wobei die Anzahl der Insolvenzen immer noch 23% über dem Vorkrisenniveau liegt.

Grundsätzlich geht der Euler Hermes davon aus, dass die positiven makroökonomischen und finanziellen Bedingungen den Insolvenzenrückgang weiter fördern werden, da auch das Wachstum in den Industrieländern in diesem Jahr um 4,3% zulegen soll. Trotzdem wird das Vorkrisenniveau der Insolvenzen nicht bis zum 2015 erreicht werden. Die Anzahl der gesamten Insolvenzen der 42 untersuchten Länder sank auf ca. 353,000 ab, was einen Rückgang von -5% darstellt.

In Nordamerika nahmen die Insolvenzen im vergangenen Jahr um -16% ab. Dies stellt den vierten Rückgang in Folge dar, war vor allem auf der Erholung des privaten Sektors basiert. In Asien war ein Rückgang von -6% zu verzeichnen. In Australien war ein Anstieg der Zahlen um +2%, in Latein Amerika von +13%, in Zentral-und Osteuropa von +2% und in Westeuropa um +3% zu verzeichnen.

In den folgenden Ländern ist die Zahl der Insolvenzen bereits auf ein niedriges Niveau gesunken, sodass der Euler Hermes hier mit einem begrenzten Rückgang im kommenden Jahr rechnet, wobei auch leichte Anstiege aufgrund der veränderten Umstände nicht auszuschließen sind. So konnte in den USA ein Rückgang von -10%, in Kanada von 0%, in Großbritannien von -7%, in Deutschland von -6%, in Österreich von -6% und in Japan von -7% erzielt werden.

In Spanien, als Sieger der Weltmeisterschaft des Euler Hermes, wird mit einem Rückgang der Insolvenzen in diesem Jahr von -23% und im kommenden Jahr von -6% gerechnet. Allerdings relativiert der Kreditversicherer dieses Ergebnis, welches nicht unbedingt auf einer Verbesserung der Unternehmensstrukturen basiert, sondern vielmehr eine natürliche Reaktion auf die vergangenen Zunahmen der Insolvenzen darstellt. Das reale BIP soll in diesem Jahr um +0,6% wachsen und im nächsten Jahr um 1,2%. Trotz des Rückgangs ist die Arbeitslosigkeit sehr hoch, außerdem sind fiskalen Konsolidierungen und die Anpassungen in der Baubranche noch nicht abgeschlossen.

Knapp dahinter steht Großbritannien, das knapp gegen Spanien verloren hat. Hier konnte im vergangenen Jahr ein Rückgang von -15% verzeichnet werden, sodass das Niveau nun unter das Vorkrisenniveau abgesunken ist. Fast durchgehend erholen sich hier alle Branchen, wobei der Dienstleistungssektor als Zugpferd dient. Hier konnte ein Rückgang der Insolvenzen von -19% von 2011 bis 2013 erreicht werden. Allerdings wird sich der Rückgang in den nächsten Jahren eher moderat entwickeln, sodass in 2014 mit -7% und 2015 mit -5% weniger Insolvenzen gerecht wird. Jedoch rechnet der Kreditversicherer mit einem Wachstum von +2,5% bzw. 2,6% in diesem und nächsten Jahr für das Königreich.

In Deutschland (als Halbfinalist) sollen die Insolvenzen im Jahr 2014 um -6% abnehmen, wobei dies vor allem auf den Rückgängen in der Baubranche (-18%) und dem Einzelhandel (-19%) basiert. Hier haben sich das moderate aber stete Wachstum und die ansteigende Nachfrage positiv ausgewirkt. Gleichzeitig wird mit einem Anstieg (+13%) im Energiesektor gerechnet.

In Frankreich rechnet der Kreditversicherer mit einem Wirtschaftswachstum von 0,7% in diesem Jahr (0,4% in 2013), was jedoch nicht ausreichen wird, um genügend Jobs zu produzieren und die Insolvenzzahlen zu senken. In diesem Jahr sollen hier die Insolvenzen um lediglich -1% abnehmen, wobei im kommenden Jahr mit einem Rückgang von -3% gerechnet wird. Auffallend ist, dass viele Branchen in Frankreich von der inländischen Nachfrage abhängig sind, wie die Bau-, Dienstleistungs-, oder Einzelhandelsbranche. Dadurch sind diese Branchen sehr anfällig für Insolvenzen und negative Entwicklungen.

Als Viertelfinalisten hat der Kreditversicherer nun die USA, China, Brasilien und Italien eingestuft.

In den USA sollen die Insolvenzen um -10% in 2014 fallen, wobei hier der Anstieg der Investitionen (+4,5%) und die besseren Exportbedingungen einen Teil zu der Entwicklung beitragen. Das BIP stieg im Jahr 2013 um +1,9%. In diesem Jahr muss die Wirtschaft mit dem langen und harten Winter kämpfen, wobei sich die Insolvenzzahlen langsam einem historischen Tiefpunkt nähern.

Das chinesische BIP betrug +7,7% im Jahr 2013, wobei der Kreditversicherer für dieses Jahr mit einem leichten Rückgang auf -7,5% rechnet. Die Insolvenzen sollen in diesem Jahr um 2% ansteigen, was unter anderem an der neuen makroökonomischen Struktur liegen kann. Daneben sind auch branchenspezifische Probleme, wie lange Zahlungsverzögerungen im Bausektor, für den Anstieg verantwortlich.

In Brasilien sollen die Insolvenzen um 9% zulegen, da das Land von den drei Mega-Events nicht ausreichend partizipieren kann. Das BIP soll in 2014 um 2% und in 2015 um 2,5% ansteigen, was einen sehr moderaten Anstieg im Vergleich zu 5% zwischen 2003 und 2008 darstellt. Dies liegt vor allem an der fehlenden Wettbewerbsfähigkeit, Engpässen und strenger Geldpolitik.

Zum Schluss sollen die Insolvenzen in Italien um +3% ansteigen, wobei hier langsam ein Rekordhoch (14,086Fälle) erreicht wird, da die Insolvenzen seit sechs Jahren in Folge ansteigen. Der Anstieg betrifft alle Branchen, wobei der Dienstleitungssektor den höchsten Anstieg von 15% im Jahr 2013 erlebt hat. Gleichzeitig gibt es keine Region, die einen Rückgang von Insolvenzen vermelden kann. Das BIP soll hier um +0,4% in diesem und +0,9% im kommenden Jahr ansteigen, sodass auch im Jahr 2015 mit einem leichten Rückgang der Insolvenzen von -2% gerechnet wird.

Lesen Sie hier den gesamten Economic Outlook

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