Brasilien – wirtschaftliche Schwäche trotz sportlicher Grossanlässe

In einer Medienmitteilung vom 20.06.14 informiert die Euler Hermes Kreditversicherung, dass, trotz der WM 2014 und den olympischen Sommerspielen 2016, eine langfristige positive Entwicklung in Brasilien ausbleiben wird.

Der Versicherer kommt zum Schluss, dass beide Veranstaltungen mehr Inflation anstelle von Wachstum generieren. Neben der mangelnden Infrastruktur, dem hohen Investitionsrückstand, Protektionismus und dem hinderlichen Geschäftsklima ist es die drückende Steuerlast, die das Land davon abhält, von beiden Anlässen zu profitieren.

Hermes schätzt, dass die WM sowie Olympia max. eine BIP-Zunahme von 0,2% bewirken wird. Die Inflation hingegen wird mit 0,5% geschätzt. Der Anstieg der Konsumentenpreise hat zu den aktuellen Unruhen geführt. Tiefgreifende Strukturreformen mit anzunehmenden politischen Konsequenzen sind zu erwarten.

Als Ausrichter der WM hat das Land 26 Mrd. BRL aufgewendet. Dies entspricht 0,5% des BIP. Ca. 12 Mrd. BRL werden noch einmal für die Sommerspiele 2016 erwartet. Im Vergleich zur wirtschaftlichen Größe des Landes ist dies sehr wenig.

Die erhofften 70.000 Arbeitsplätze, die aufgrund der Erstellung der Spielstätten und der Infrastruktur benötigt wurden, werden voraussichtlich wieder verschwinden. Kurzfristige Stellen sind aufgrund der vielen ausländischen Fans im Tourismussektor entstanden.

Seit 2011 steigt die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Brasilien. Für 2014 erwartet Hermes eine Zunahme um 9%, für 2015 um 3%.

Neben den negativen Aussagen findet der Kreditversicherer aber auch aufmunternde Worte. Die Ausrichtung der beiden Events wird voraussichtlich keine Immobilienblase entstehen lassen, darüber hinaus belasten die beiden Anlässe die öffentlichen Finanzen kaum.

 

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