Wirtschaftslage Handwerk in Deutschland, Frühjahr 2014

In ihrem Newsletter vom März diesen Jahres berichtet die Wirtschaftsauskunftei Creditreform über eine Verbesserung der Wirtschaftslage im Handwerk.

Knapp 2/3 von rund 3.100 befragten Unternehmen schauen äusserst positiv in das Jahr 2014. Im Vorjahr waren es nur gut die Hälfte der Befragten, welche eine positive Einschätzung abgaben. Vor allem das Baugewerbe spricht von einer guten bis sehr guten Geschäftslage. Das Kfz-Gewerbe schätzt seine Möglichkeiten unter allen Branchen des Handwerks am Schlechtesten ein.

Jeder dritte Betrieb konnte eine Umsatzausweitung verbuchen. Auch dieser Anteil ist höher wie im Vorjahr (26,9%). Umsatzeinbussen mussten 11,3% (VJ 15,6%) der befragten Unternehmen hinnehmen. Das Bauhandwerk konnte im vergangenen Jahr durch den milden Winter profitieren, was zu deutlichen Umsatzzuwächsen führte.

Aufgrund der guten Auftragslage wurden auch wieder verstärkt Mitarbeiter eingestellt. Knapp 30% der befragten Handwerksbetriebe erklärte, in den vergangenen Monaten wieder Mitarbeiter eingestellt zu haben. Lediglich 11,5% der Betriebe mussten Angestellte entlassen. In Teilbereichen des Handwerks droht sogar ein Fachkräftemangel. Die grösste Nachfrage nach neuen Arbeitskräften wurden in Betrieben des Dienstleistungshandwerks verzeichnet, da dort auch überdurchschnittlich häufig flexible Beschäftigungsformen in Anspruch genommen werden. Das Bauhauptgewerbe hatte weniger Bedarf an Personal wie im Vorjahr und in den Kfz-Betrieben kam es zu Entlassungen.

Nach einem guten Jahresbeginn erwarten die Handwerker auch für den weiteren Verlauf in 2014 eine gute Geschäftslage, dank guter Prognosen wie schon seit Jahren nicht mehr. Ca. 37% der Befragten erwarten höhere Umsätze (28,6% im VJ). Umsatzrückgänge werden von gut 6% erwartet. Die positivste Stimmung herrscht im Dienstleistungshandwerk, gefolgt vom Metall- und Nahrungsmittelhandwerk. Die gleiche positive Stimmung gilt auch für die Ertragserwartungen, bei denen 32% ein Plus, und nur 9,8% ein Minus erwarten.

Auch die Investitionsplanungen liegen mit 56,2% sehr viel höher als im Durchschnitt der letzten Jahre. Hier zeigt sich das Nahrungsmittel- und Metallhandwerk am investitionsfreudigsten. Weniger Bereitschaft für Investitionen zeigt dagegen das Ausbau- und Kfz-Handwerk.

Die grösste Anzahl der befragten Betriebe wird weder Mitarbeiter einstellen noch entlassen. 22,1% der Befragten haben Einstellungen geplant. Eine Vielzahl neuer Jobs wird In den Betrieben für private Dienstleistungen entstehen. Kfz- und Nahrungsmittelhandwerk sind hier deutlich zurückhaltender.

Die Zahlungsmoral der Handwerkskunden wird grundsätzlich als gut eingeschätzt, wobei Privatkunden immer häufiger später zahlen. 87,2% der Befragten verbucht seinen Geldeingang innerhalb von 30 Tagen (VJ 89,8%). Die öffentliche Hand zahlt nach wie vor sehr spät. Hier müssen knapp 25% der Betriebe bis zu 90 Tagen auf die Begleichung der Rechnungen warten.

Grössere Forderungsausfälle trafen 13,9% (VJ15%) der Unternehmen. Dies vor allem im Ausbau- und Dienstleistungshandwerk. Kfz-Betriebe berichten dagegen von einer entspannteren Situation.

Das Eigenkapital konnte weiter gestärkt werden. Grund dafür ist die gute Ertragslage aber auch eine grössere Konzentration auf das Thema Eigenkapital. Jeder 5. Betrieb hat mittlerweile eine Eigenkapitalquote von über 30% (im Vorjahr waren es nur jeder 4. Betrieb). 34,6% weisen mit einer Quote von unter 10% immer noch zu wenig aus. Eine schrumpfende Eigenkapitalbasis wird im Kfz- und Nahrungsmittelgewerbe beobachtet.

Ein eigener Internetauftritt ist für viele (84%) der befragten Betriebe zu einem wichtigen Baustein geworden. Allerdings erkennen 61,7% der Unternehmen noch keinen positiven Erfolg beim Ergebnis.

Lesen Sie hier den kompletten Bericht von Creditreform

 

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