Euler Hermes: Economic Outlook vom Februar 2014

Der Kreditversicherer Euler Hermes hat am 11.April.2014 den Economic Outlook vom Februar 2014 veröffentlicht. Darin untersucht er, wie gewohnt, die Entwicklung der einzelnen Branchen in den einzelnen Regionen und wagt einen Ausblick in die Zukunft.

Alles in allem lässt sich resümieren, dass sich die Risiken in diesem Jahr in den einzelnen Bereichen zu verbessern scheinen, wobei nichtsdestotrotz einige problematische Branchen verbleiben.

Im Asien-Pazifik-Raum werden einige Branchen, laut Angaben des Kreditversicherers, im Jahr 2014-2015 mit strukturellen Problemen zu kämpfen haben. Dies betrifft unter anderem die Textil-/Metall- und Baubranche. Allerdings zeigt sich auch, dass diese Region einen guten Nährboden für viele Branchen darstellt, sodass hier die größte Anzahl von Verbesserungen bei der Risikobewertung festgestellt werden konnte (27 von 78 Branchen konnten sich verbessern). Diese Verbesserungen wurden vor allem in den Philippinen, Malaysia, Indonesien, Japan und in Australien festgestellt.

In Nord-Amerika konnten alle Hauptindustriezweige im Jahr 2013 eine Stabilisierung der Risikobewertungen erreichen. Diese positive Entwicklung geht auf eine Erholung der Produktionsaktivität, eine verbesserte Arbeitslosenquote und gleichbleibende Wettbewerbsfähigkeit zurück. All das wurde durch den verbesserten Konsum und neue Investitionen möglich.

In Europa bleibt die Erholung zu partiell und moderat um alle Sektoren in allen Ländern von dem teilweise vorhandenen positiven Trend zu erfassen. Allerdings wurden in Europa die meisten Verbesserungen der Risikobewertungen festgestellt (24 von 67 Sektoren). Trotz alledem bleibt in vielen Ländern eine rückläufige Entwicklung feststellbar, so in Spanien, Belgien und Finnland.

Ebenso konnte auch in Lateinamerika eine hohe Anzahl von verbesserten Risikobewertungen festgestellt werden, denn hier konnten 22 Branchen ihre Risikobewertung verbessern. Hauptsächlich der Bausektor bereitet dem Kreditversicherer weiterhin Sorgen.

Die Bewertung der einzelnen Sektoren beginnt mit einem Blick auf die Agrar-und Ernährungsbranche sowie dem Einzelhandel. In Europa musste hier ein erneuter Rückgang des Verkaufsvolumens von -0,8% im Jahr 2013 festgestellt werden. Allerdings soll sich der angedeutete Trend der Verbesserung aus dem Jahr 2013 im Jahr 2014 in moderaten Bahnen fortsetzen. Europäische und US-amerikanische Unternehmen profitieren auch von den zunehmenden Exporten (+8,4% bzw. +7,0%), was an der gestiegenen Nachfrage in den Schwellenländern liegt, so der Kreditversicherer. Nichtsdestotrotz war das Jahr 2013 von einem hohen Druck der Ertragskraft geprägt, sodass sich viele Länder erneut auf ihren Heimatmarkt fokussiert haben und viele Unternehmen ihre Strategie und Position neu überdenken mussten. Die Ertragskraft lag erneut im Durchschnitt bei 3,1%, was allerdings noch unter dem Durchschnitt von 3,8% im Jahr 2007 liegt.

Für die Chemieindustrie erwartet der Kreditversicherer ein Produktionswachstum im Jahr 2014 von 4%, nachdem im vergangenen Jahr ein Wachstum von 2,5% festgestellt werden konnte. In Amerika wiederfährt diesem Sektor eine Wiedergeburt, nachdem sie 2009 kurz vor einem Zusammenbruch stand, wird für dieses Jahr eine Wachstumsrate von 3% erwartet, was sich vor allem auf die gestiegene Nachfrage von Ethanol zurückführen lässt. Die europäische Chemiebranche versucht weiter ihr Vorkrisenniveau zu erreichen, was sich jedoch als schwer herausstellt. Einige Teilsektoren konnte gute Ergebnisse erzielen (Polymer +7%, Spezialchemikalien +3%) während vor allem die Petrochemie einen Einbruch von -5% verkraften musste.

Die Baubranche erholt sich langsam in Nordamerika. Die Hauspreise steigen nun jährlich um ca. 9% in Kanada, und die Zahl der zum Verkauf stehenden Häuser liegt in den USA mit 16 Millionen leicht unter der Zahl von 1995-2005. In Brasilien profitiert diese Branche enorm von den Sportevents im Jahr 2014 und 2016, mit einigen Ausnahmen. Die Immobilienpreise in Rio de Janeiro steigen seit 2009 um 27% pro Jahr, so der Kreditversicherer. In Asien und in den Golfstaaten erweist sich der Sektor als sehr erholungsfähig, was vor allem an dem Bedarf nach Erneuerung/Bau von Infrastruktur und Häusern liegt. Hier stiegen die Immobilienpreise um 16 % in Peking im Jahr 2013. In Europa bleibt die Situation weiterhin angespannt, nachdem unter anderem in Spanien und Portugal Einbrüche von -28% bzw. -21% verzeichnet werden mussten. Alles in allem lies die Herstellung/Produktion in Europa im vergangenen Jahr um -3% nach, während in Deutschland eine Zunahme von 12% Bauaktivität verzeichnet werden konnte.

Lesen Sie hier den Teil des Economic Outlook über die Automobilindustrie

Hier finden Sie den gesamten Economic-Outlook von 02-2014

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