Coface-Länderbewertungen – Aufstrebende Märkte mit Schwierigkeiten

In einer Pressemitteilung von 23.03.2014 berichtet die Coface-Kreditversicherung über die Neubewertung diverser Länder. Da die Risiken in den aufstrebenden Ländern steigen, wurden die Bewertungen diverser Länder abgestuft oder auf Beobachtung mit negativem Ausblick gesenkt. Dies betrifft Brasilien, Russland, die Türkei und Venezuela.

Im Gegensatz dazu wirkt sich die konjunkturelle Belebung in den USA und Grossbritannien positiv auf deren Länderbewertung aus.

USA und UK:

Aufgrund des dynamischen Wirtschaftswachstums befinden sich die USA wieder in der besten Bewertungsstufe A1. Das Land profitiert sowohl stark von der Nachfrage der privaten Haushalte als auch von der Widerstandskraft der Unternehmen. UK wurde wieder auf A* mit positivem Ausblick eingestuft. Das erwartete Wachstum basiert nicht nur auf dem Privaten Konsum, welcher häufig kreditfinanziert ist, sondern wird auch getrieben von steigenden Investitionen. Die Unternehmen sind zuversichtlich, auch wenn einige Wirtschaftsbereiche, wie das verarbeitende Gewerbe, noch etwas hinterher hinken.

Brasilien und Russland:

Das Wachstum der Schwellenländer ist nach wie vor vorhanden, ist aber langsamer geworden. Unter nachlassenden Investitionen leiden vor allem Brasilien und Russland.

In Brasilien (A4) sind neben dem schwachen Konsum auch noch strukturelle Probleme (unzureichende Infrastruktur, bürokratische Hürden sowie wenig qualifizierte Arbeitskräfte) Grund für die Herabstufung.

In Russland sind die geopolitischen Spannungen mit der Ukraine, vor dem Hintergrund der ohnehin schon geschwächten Wirtschaft, der Grund für die Coface, die B-Bewertung mit negativem Ausblick zu versehen.

Türkei und Venezuela:

Die Türkei (A4) und Venezuela (C) werden von der Coface auf die negative Watchlist gesetzt. Der Grund liegt hierfür vor allem in den komplizierten politischen Krisen dieser Länder. Eine Verbesserung der politischen Spannungen wird nicht vor den Kommunal- und Präsidentschafts-wahlen erwartet. Das verlangsamte Wachstum wird von einer strikteren Geldpolitik und hohen Inflation beeinträchtigt.

Vor dem Hintergrund politischer und sozialer Probleme erlebt Venezuela eine Rezession und Hyperinflation. Die Coface erwartet eine weiterhin angespannte Lage bis mind. Zu den Parlamentswahlen im September 2015. Unternehmensrisiken sind die Verstaatlichung, Importbegrenzungen sowie Preis- und Gewinnkontrolle. Ausländische und inländische Lieferanten des Staates oder der Öl- und Gasindustrie beklagen lange Zahlungsverzögerungen

Algerien:

Für Algerien wurde der negative Ausblick in B aufgehoben. Verbesserte Regelungen für Unternehmen im neuen Finanzrecht sowie Vereinfachungen im Genehmigungsverfahren für ausländische Direktinvestitionen oder Investitionsprojekte mit ausländischer Beteiligung sind Gründe für die positivere Bewertung.

Ukraine:

Die Ukraine wurde auf D herabgestuft. Aufgrund der extrem unstabilen politischen Situation wird eine Verbesserung im Bereich der Korruptionsbekämpfung und der regulatorischen Qualität nicht erwartet.

Lesen Sie hier die Coface Länderbewertung

 

 

 

 

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