Länderstudie – Zahlungsverhalten China

Laut der Länderstudie des Kreditversicherers Euler Hermes haben sich die Zahlungsfristen in China bei 6 von 10 Unternehmen reduziert. Im internationalen Vergleich zahlen chinesische Unternehmen relativ zügig, d.h. die durchschnittliche Debitorenlaufzeit lag in den meisten Branchen nicht über 2 Monate.Eine Ausnahme bildeten hier allerdings die Energie- und Baubranche. Hier musste länger auf Zahlung gewartete werden, die Debitorenlaufzeit betrug bei mehr als der Hälfte dieser Unternehmen mehr als 2 Monate.

Insgesamt stellt der Kreditversicherer eine günstige Entwicklung für Unternehmen in Verbindung mit einem stabilen Wirtschaftswachstum fest. Fast 7 von 10 Unternehmen zeigten in 2013 einen Umsatzzuwachs bei gleichzeitiger Zunahme des BIP, besonders in der Agrarwirtschaft und in der Baubranche. Im Energiebereich, sowie im Einzel- und Grosshandel dagegen verzeichneten nur 4 von 10 Unternehmen bzw. nur 3 von 10 Unternehmen höhere Umsätze. Dies aufgrund einer schwachen Aussennachfrage, einem Abschwung bei den privaten Investitionen und einer restriktiveren Handhabung der Kreditvergabe, die das Wachstum in nachhaltige Bahnen lenken soll.

Trotz steigender Aktivität chinesischer Unternehmen in 2013 bleiben die Zahlungsfristen für Rechnungen relativ kurz. Bei fast 70 % der Unternehmen lagen die Zahlungsfristen bei nicht mehr als 2 Monaten. Mehr als die Hälfte davon konnten diese sogar reduzieren. Trotz relativ restriktiver Zahlungsziele in China kann man gegenüber ausländischen Kunden auch flexibel sein. Aus der Kreditversicherer-Studie geht hervor, dass 75 % der Unternehmen in ihren Vertragskonditionen 2013 weniger als 2 Monate als Zahlungsziel von ihren Inlandskunden verlangten, verglichen mit nur 62 % für ausländische Kunden.

Bei über 50% der Unternehmen in der Energie- und Baubranche lagen die Zahlungsfristen bei über 2 Monaten. Dies liegt u.a. daran, dass viele von ihnen im Staatsbesitz sind und schon deshalb länger Zahlungsfristen akzeptieren.

Überfällige Forderungen sind meistens auf finanzielle Schwierigkeiten zurückzuführen. Hintergrund hierfür ist zum Teil das schwächere Wachstum des Kreditvolumens, das seit Ende 2012 zu beobachten ist. Dieses hat auch die Finanzierung für manche chinesische Unternehmen schwieriger gemacht. KMU, Staatsunternehmen und Branchen mit Überkapazitäten (Solar-, Stahlindustrie und Immobilienbranche) sind die anfälligsten Bereiche bei diesem Abschwung des Kreditanstiegs.

Die größten Schwierigkeiten bei der Einhaltung von Zahlungszielen haben somit Unternehmen, die mit diesen Branchen zusammenarbeiten. Trotz des Risikos, gerade in diesen Branchen, rangiert die Kreditversicherung erst an dritter Stelle bei den Absicherungsmöglichkeiten. Nach wie vor zieht man es vor, sich gegen einen Vorderungsverlust selbst abzusichern.

Lesen Sie den ausführlichen Bericht der Euler Hermes Kreditversicherung zum Zahlungsverhalten Chinas:

 

 

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