BIP leidet unter hartem Winter

Die Entwicklung des BIP in Deutschland wurde wieder untersucht. Die deutsche Industriebank hat am 17.01.2014 in ihrem Newsletter das aktuelle „IKB-Barometer Januar 2014“ veröffentlicht. Auffällig ist, dass das BIP noch unter dem langen und harten Winter von 2013 leidet.

Das BIP ist in Deutschland im Jahr 2013 um 0,4% (kalenderbereinigt um 0,5%) im Vergleich zum Vorjahr gewachsen. Da die Spanne des erwarteten Wachstums zwischen 0,4% und 0,6% lag, wurden die Erwartungen erfüllt.
Die deutsche Wirtschaft hatte vor allem mit schwierigen äußeren Bedingungen zu kämpfen. So legten die Exporte leicht um 0,6% zu, während die Importe mit einem Zuwachs von 1,3% das bessere Ergebnis erzielten, sodass der Außenhandel insgesamt ein negatives Ergebnis von 0,6% zum BIP lieferte. Weiterhin schwach zeigten sich auch die Investitionen, wobei vor allem die Bauinvestitionen um -2,2% sanken. Dieser Rückgang beruht vor allem auf dem langen und harten Winter, im Verlauf des Jahres wiesen sowohl die Ausrüstungs-als auch die Bauinvestitionen eine positive Wachstumsentwicklung auf. Eine wichtige treibende Kraft für das Wachstum stellte der Konsum, sowohl der Private (+0,9%) als auch der Staatliche (+1.1%) dar. Die IKB stellt klar, dass das Jahreswachstum von 0,5% aufzeigt, dass die letzten drei Monate einen Zuwachs von wenigstens 0,1% bis 0,4% zum vorangegangenen Vierteljahr aufweisen können. Diese Daten stellen die „Startrampe“ für den Jahresausblick 2014 dar. Die IKB geht davon aus, dass das letzte Vierteljahr eine gute Dynamik zwischen 0,3% und 0,4% gegenüber dem Vorjahr aufweist, sodass für das gesamte Jahr 2014 mit einem Wachstum von um die 2% gerechnet wird. Weiterhin soll das Startquartal 2014, basierend auf dem viel beachteten ifo-Konjunkturklima-Index, eine leichte Beschleunigung bzw. Seitwärtsbewegung aufweisen.

Die IKB erinnert zudem noch an die Revision der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VHR), die sich im Herbst 2014 auf die Höhe des BIP auswirken wird. Dies basiert auf den neuen Regelungen im „UN System of National Accounts“ von 2008, und wird zu weltweiten Änderungen führen. Der Grund ist, dass ab diesem Zeitraum Aufwendungen für Forschung und Entwicklung in der VHR als Investitionen betrachtet werden. Die IKB rechnet damit, dass das BIP um einen zweistelligen Milliardenbetrag höher ausfallen wird. In den USA wurde die Richtlinie bereits umgesetzt, und hier fiel das BIP über eine halbe Billion USA höher aus. Obwohl diese Anpassung in den Medien kritisiert wird, entspricht die Anpassung der anerkannten Meinung der Wissenschaft, die seit vielen Jahren F&E-Aufwendungen als Investitionen ansieht. In der EU werden die Regelungen in diesem Jahr umgesetzt, dass für Deutschland mit einem merklichen Anstieg von 3% des BIP gerechnet wird. Somit hat die Änderung Auswirkungen auf die Höhe des BIP, allerdings nicht auf sein Wachstum.

Lesen Sie hier den gesamten Artikel: http://download.ikb-news.de/Barometer_Januar_2014.pdf

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