USA: Gelddrucken ohne Inflation- Wie ist das möglich?

Die IKB beschäftigt sich in ihrem Newsletter „IKB Barometer“ vom 11.11.2013 mit der Frage, warum das Gelddrucken und die US-Notenpolitik nicht zu einer Inflation in den USA führen.

Zu Beginn führt die IKB aus, dass sich die Sorge, sowohl in den USA als auch in der Euro-Zone, über den Inflationsdruck etwas gelegt hat, was vor allem an der rückläufigen Preisdynamik liegt. Die jährliche Inflationsrate in der Euro-Zone lag im Oktober bei 0,7%, gemessen am Verbraucherpreisindex, die in den USA lag bei 1,2%.  Seit Jahren schon warnen Analysten davor, dass die Politik des billigen Geldes Inflationen verursachen wird. Dieses Problem stellt sich vor allem in den USA, da hier das Ziel der Fed eine direkte Geldmengenausweitung darstellt. Seit einiger Zeit schon, steigt die US-Geldmenge schneller an als das BIP-Wachstum, wodurch die Sorge einer Inflation wächst.
Die IKB führt aus, dass es enorm wichtig ist, zwischen einer Geldentwertung und der gewöhnlichen, an Verbraucherpreisen gemessenen Inflation, zu unterscheiden. Sobald mehr Geld gedruckt wird, als es der Anstieg der Produktionsmenge bei den aktuellen Preisen eigentlich zulassen würde, findet eine Entwertung des Geldes statt. Denn pro Geldeinheit stehen weniger Güter zur Verfügung, sodass eine Inflation stattfindet. Weiterhin führt die IKB aus, dass nicht nur der US-Dollar zum Goldpreis deutlich abgewertet wurde, sondern alle Währungen im Vergleich zum Gold in ähnlicher Weise an Wert verloren haben.

Die Antwort auf die Frage, warum das Gelddrucken nicht zu einer Inflation führt, führt zur Globalisierung und zu den Kapitalmärkten. Die hohe Zahl an US-Dollar hat ihren Niederschlag nicht nur in den Güterpreisen gefunden. Vielmehr ermöglicht die, heutzutage, offene Wirtschaft der USA eine internationale Kapitalbewegung. Die Anzahl der Güter ist, im Gegensatz bei einer geschlossenen Wirtschaft, nicht begrenzt. Somit kann eine höhere Geldmenge größere Importmengen genieren. Dies ist jedoch nur so lange möglich, wie die anderen Länder bereit sind, die US-Dollar, die im Wert verglichen zum Gold gesunken sind, zu akzeptieren. Die Globalisierung hat dazu geführt, dass ein Land seine Nachfrage nach Gütern durch eine globale Handelsvernetzung deckt, wodurch auch das Geld vielmehr in Bewegung kommt und nicht nur in seinem Land verbleibt. Damit bietet die Globalisierung ein Ventil für überschüssige Geldmengen, wodurch die lokale Inflation abgeschwächt wird. Als zweiten Grund nennt die IKB die globalen Kapitalmärkte, die überschüssige Geldmengen absorbieren, wodurch Unternehmen Reserven von US-Dollar aufbauen können.
Damit führt die Flut von US-Dollar und die freie Kapitalbewegung zu einer Inflationierung von globalen Vermögenswerten, die oftmals jedoch nur von kurzer Dauer sind, und somit zu Instabilitäten auf den Finanzmärkten führt.

Als Ergebnis stellt die IKB fest, dass die Geldmenge nicht zu einer lokalen Güterpreisinflation, sondern zu einer Inflation auf den globalen Finanzmärkten führt.
Fraglich ist insoweit, wie lange sich die Euro-Zone einer solchen Entwicklung entziehen kann.

 

Lesen Sie hier den gesamten Artikel: http://download.ikb-news.de/Barometer_November_2013.pdf

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