Coface: Entwicklung des privaten Konsums in Asien

Der Kreditversicherer Coface hat in seinem Newsletter vom 14.10.2013 die Entwicklung des privaten Konsums in Asien unter die Lupe genommen.

Seit Mitte der 1990er Jahr nimmt der private Konsum in Asien stetig zu. Dabei lagen die durchschnittlichen Wachstumsraten bei 7,4% in Indien und 8,4% in China. Dies zeigt aber auch den Entwicklungsstand der Länder, denn die Wachstumsraten sind in den Ländern am höchsten, die noch nicht so gut entwickelt sind. Allerdings muss man auch beachten, dass diese Wachstumsraten auch auf einem Wachstum der Population beruhen. Die Coface geht davon aus, dass der private Konsum noch bis zum Jahr 2018 weiter zunehmen wird.

Der Anstieg des privaten Konsums beruht aber auch auf einem Wachstum der Mittelklasse. Als Mittelklasse bezeichnet die Coface Haushalte, die ein Tageseinkommen zwischen 10 und 100 Dollar aufweisen. Zu dieser Mittelklasse gehören momentan 150 Millionen Menschen, wobei diese Zahl bis zum Jahr 2020 auf 500 Millionen, und im Jahr 2030 voraussichtlich auf 1 Billionen Menschen ansteigen wird. Dieser wachsende Teil der Gesellschaft trägt erheblich dazu bei, dass der private Konsum zunimmt. Als weiterer Grund wird der Anstieg des Einkommens bezeichnet, der wiederum auf einem anhaltenden Wachstum des BIP basiert. Ebenso wird, wie in China, Thailand oder Malaysia, der private Konsum durch die Politik gefördert.

Das Wachstum der Mittelklasse hat vor allem auf den Tourismus, die Automobilindustrie und den Konsum von Luxusgütern positive Auswirkungen. Laut Angaben des World Travel Reports konnte in den letzten zwei Jahren ein Anstieg von 6% bzw. 7% im internationalen Tourismus verzeichnet werden. Diese positive Entwicklung wird auch noch weiter anhalten. Dabei stiegen sowohl die Besucherzahlen als auch der Geldbetrag, den die Touristen während ihres Aufenthalts ausgeben. Dieser Trend wird noch durch die Stärke des Renminbis verstärkt. Ebenso steigt in Asien der Verbrauch von Luxusgütern. Dabei stellt die Coface fest, dass die Konsumenten lieber in weniger, aber dafür in teurere Produkte investieren, und das sie bereit sind, mehr Geld für ausländische Markenprodukte auszugeben. Gleichzeitig profitiert vor allem in China die Automobilindustrie von der wachsenden Mittelklasse. Hier steigt die Nachfrage nach teuren Autos.

Problematisch ist, dass der private Konsum auch aufgrund der Zunahme von Krediten wächst. Damit nimmt aber gleichzeitig die private Verschuldung der Haushalte zu, da hier die Kreditaufnahme erleichtert wurde. Dieses Problem kann eine ernsthafte Gefährdung für die Wirtschaft darstellen. Denn zum einen kann eine zu hohe private Verschuldung dazu führen, dass die Einkaufskraft wieder nachlässt, und dass nicht ausreichend in Grundstücke investiert wird. Dadurch sinken sowohl der private Konsum als auch die Immobilienpreise. Ebenso verliert die Zentralbank die Freiheit, geldpolitische Entscheidungen zu treffen, sobald die private Verschuldung zu hoch ist. Das Problem der zu hohen privaten Verschuldung ist in Korea gegeben. Hier stieg die private Verschuldung zwischen 2003 und 2012 von 125% auf 166% des verfügbaren Einkommens an. Das gleiche gilt auch für Malaysia, denn hier betrug die private Verschuldung 196% des verfügbaren Einkommens.

Als Ausgleich zu den aufgezeigten Entwicklungen steigt die Anzahl der Personen, die einen Teil ihres Einkommens sparen an. Dabei zeigt die Coface auf, dass mehr gespart wird, je mehr Einkommen vorhanden ist. Diesen Trend kann man in China, Indien und Indonesien beobachten. In China stieg die Quote von 30% im Jahr 1995 auf 40% im Jahr 2013 an. In Indien konnte ein Anstieg von 20% auf 30% beobachtet werden, während der Anstieg in Indonesien von 6% im Jahr 1995 auf nun 19% sehr deutlich war.

Lesen Sie hier den gesamten Artikel: http://www.coface.ch/CofacePortal/ShowBinary/BEA%20Repository/CH/en_EN/documents/Mailing_docs/E%20Panorama%20141013

 

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