Atradius: Schwere Zeiten für den Maschinenbau

Atradius hat in seinem Newsletter vom August (Ausgabe 8/2013) den Atradius MarktMonitor Maschinenbau veröffentlicht. Der Versicherer analysiert die aktuelle wirtschaftliche Situation und wagt einen Ausblick über die Entwicklung.
Das Fazit lautet, dass die Maschinenbauunternehmen abhängig von den Branchen sind, die sie beliefern und dass sie sich länderübergreifend in einer schwierigen wirtschaftlichen Situation befinden.

Der belgische Maschinenbau hat mit seiner schwindenden internationalen Wettbewerbsfähigkeit zu kämpfen. Sein Marktanteil innerhalb der EU ging in den letzten 10 Jahren um 20% zurück. Die belgische Wirtschaft wird in diesem Jahr voraussichtlich um 0,3%. Da die Entwicklung vieler Schlüsselbranchen, wie Bau-, Textil- und Transportbranche negativ verlaufen, wirkt sich dies auch auf den Maschinenbau aus, der von diesen Branchen abhängig ist. Die Nettoerträge der Maschinenbauunternehmen gingen im vergangen Jahr um 1,9% zurück. Diese angespannte Situation wird sich laut Atradius auch nicht vor Ende 2013 verbessern.

Der brasilianische Maschinenbau ist im starken Maße von der Binnennachfrage abhängig, da Brasilien dem internationalen Konkurrenzdruck, aufgrund zu hoher Rohstoff-und Finanzierungskosten, nur schwer standhalten kann. Allerdings geht Atradius davon aus, dass die Umsätze in diesem Jahr um 8% auf 85,2 Mrd. USD ansteigen werden. Dies kann unter anderem an den zahlreichen geplanten Infrastrukturprojekten liegen, die dem Maschinenbau zu einer positiven Entwicklung verhelfen wird. Weiterhin rechnet Atradius nicht mit einem Anstieg der Zahlungsausfälle und Insolvenzen.

In der Tschechischen Republik weist der Maschinenbau eine starke Abhängigkeit von der Automobilbranche auf. Seit 2011 steigen die Umsätze der Maschinenbauer kontinuierlich an, im vergangenen Jahr um immerhin 3,7%. Die Margen und Liquidität blieben stabil, nur die Auslandsnachfrage, vor allem die aus Ländern der Eurozone, entwickelt sich rückläufig. Der Rückgang der Automobilproduktion (1. Q. -17,9%) wird sich bis zum Jahresende fortsetzten. Der Einbruch der Nachfrage aus Deutschland stellt ein großes Problem dar.

In Frankreich sinkt die Nachfrage aus der Automobil- und Baubranche, während sich in der Luftfahrt-, Bahntechnik- und Kerntechnikbranche eine dynamische Entwicklung abzeichnet. Somit bleibt der französische Maschinenbau alles in allem stabil. Allerdings führt die sinkende Nachfrage einiger Branchen zu Produktionsrückgängen seit dem 3. Quartal 2012, wodurch unterdurchschnittlich wenige Auftragseingänge, rückläufige Exporte und die schwächelnden europäischen Automobil- und Bauwirtschaften zu verzeichnen sind. Daher sanken die Ausfuhren der Maschinenbauunternehmer im ersten Quartal 2013 um 7,5%. Atradius rechnet nicht damit, dass sich diese schlechte Situation bald verbessern wird.

In Deutschland müssen die Maschinenbauunternehmen rückläufige Nachfragen aus dem Inland und aus der Eurozone verkraften, die zu einem Produktionsrückgang von 1% geführt haben. Dies kann jedoch teilweise durch die steigende Nachfrage aus den BRIC-Staaten ausgeglichen werden. Als Sorgenkind erweisen sich die Papier-und Druckmaschinenhersteller, die sich aufgrund der immer weiter fortschreitenden Digitalisierung zu Umstrukturierungs-und Sparmaßnahmen gezwungen sehen. Zudem ist hier schon ein Stellenabbau geplant. Alles in allem stellt sich das Zahlungsverhalten der Maschinenbaubranche als gut dar. Die Insolvenzrate ist niedrig, sie soll um 5% zurückgehen. Atradius rechnet nicht mit einer kurzfristigen Veränderung dieser positiven Aussichten.

Lesen Sie hier den gesamten MarktMonitor zum Maschinenbau: http://www.atradius.de/debitorenmanagementpraxis/publikationen/marktmonitor-maschinen-und-anlagenbau.html

 

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