Zahlungsbarometer Westeuropa

Atradius hat im Mai 2013 ein Zahlungsbarometer für Westeuropa veröffentlicht, dass das Zahlungsverhalten der Unternehmen analysiert.

Als Ausgangspunkt kommt Atradius zu dem Ergebnis, dass sich das wirtschaftliche Umfeld in der Eurozone und in Westeuropa im Vergleich zum Zustand vor 12 Monaten verbessert hat. Allerdings sind die Wachstums-und Erholungsaussichten immer noch in weiter Ferne. Die wirtschaftlich angespannte Situation hat dazu geführt, dass viele Unternehmen neue Märkte, vor allem in Osteuropa, Asien und im Mittleren Osten erschlossen haben. Die anspannte Lage am heimatlichen Markt hat sich unter anderem dadurch ausgewirkt, dass die Liquidität der Unternehmen abgenommen hat und so Gegebenheiten geschaffen wurden, die Zahlungsverzögerungen begünstigt haben.

Atradius stellt dabei fest, dass 30,1% der Rechnungen und 28,8% des Wertes der offenstehenden Rechnungen am Zahlungstag nicht beglichen werden. 67% der Unternehmen erhalten dabei ihr Geld mit einer Verspätung von 1 bis 30 Tagen, knapp über 30% erhalten das Geld mit einer Verspätung von 31 bis 90 Tagen und 7% der Rechnungen werden mit mehr als 90 Tagen Verspätung beglichen.
Generell kommt Atradius zu dem Ergebnis, dass 62,3% der inländischen und 45,9% der ausländischen Zahlungen von Unternehmen verspätet getätigt werden. Weiterhin stieg die Anzahl der Rechnungen, die nach 90 Tagen noch nicht beglichen sind, für inländische um 15% und ausländische Rechnungen um 22,6% an.
Zudem stieg die Anzahl der Abschreibungen an.
Die Anzahl der inländischen Forderungen, die abgeschrieben werden mussten stieg um 42,9%, die Anzahl der ausländischen Forderungen um 74,1%.

Durchschnittlich werden 48,1% und 41,9% aller getätigten inländischen und ausländischen Verkäufe in Westeuropa getätigt, wobei den Käufern Kredite gewährt werden. Dabei unterscheiden sich die Prozentzahlen in den einzelnen Ländern erheblich. Belgien weist die geringste Prozentzahl mit 29,9% aller inländischen Käufe auf Kredit auf, während es in Spanien 69,1% sind. Allerdings weist Atradius darauf hin, dass hier eine Verbesserung stattgefunden hat, denn im Jahr 2012 lagen diese Prozentzahlen bei 52,5% für inländische und 46% für ausländische Verkäufe. Der dominierende Grund, warum Verkäufer Kredit gewähren ist, dass sie eine lang anhaltende Beziehung zu den Kunden aufbauen wollen.

Altradius hat weiterhin die Gründe der verspäteten Zahlungen untersucht. Dabei wird hauptsächlich die unzureichende Verfügbarkeit von Geldmitteln genannt. Dieser Grund wurde vor allem in Griechenland (91,9% der Befragten) genannt. Weiterhin benannte jeder Fünfte als Grund für die verspäteten Zahlungen zwischen inländischen Unternehmen, die Ineffizienz des Bankensystems. Besonders betroffen von den verspäteten Zahlungen waren der Groß-und Einzelhandel und der Vertrieb. 5% des Wertes der ausstehenden Forderungen mussten aufgrund von Insolvenzen und Geschäftsaufgabe abgeschrieben werden.  Dies betraf vor allem Italien, wo 7,6% des Wertes der offenstehenden Forderungen abgeschrieben werden mussten.
Zuletzt stellt Atradius fest, dass die größte Herausforderung in Bezug auf die Rentabilität für Unternehmen darin besteht, die sinkende Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen, sowie den adäquaten Kapitalfluss zu überstehen und möglichst gut zu nutzen.

Lesen Sie hier das gesamte Zahlungsbarometer:

http://www.atradius.de/debitorenmanagementpraxis/publikationen/zahlungsmoralbarometer-westeuropa-2013.html

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