Atradius Länderbericht: Tschechische Republik

Atradius hat in seinem Newsletter „Broker News Flash“ vom August 2013 die wirtschaftliche Situation in der Tschechischen Republik analysiert.

Atradius kommt dabei zu dem Ergebnis, dass Unsicherheit weiterhin das charakteristische Merkmal der politischen Landschaft bleibt. Nachdem Premierminister Necas im Juni 2013 nach Korruptionsvorwürfen zurückgetreten ist, weigerte sich Präsident Zeman den Vertretungskandidat Nemcova zu ernennen. Er ernannte den ehemaligen Finanzminister Rusnok, der die Übergangsregierung bilden sollte. Diese Übergangsregierung wurde im Juli vereidigt. Es ist sehr wahrscheinlich, dass diese Regierung bis zu den regulären Neuwahlen im Mai 2014 im Amt bleiben wird, auch wenn sie das ausstehende Vertrauensvotum nicht bestehen wird.

Die wirtschaftliche Lage bleibt ebenso angespannt. Nachdem nun im letzten Jahr ein Rückgang der Wirtschaft um 1,2% zu verkraften war, sinkt die Wirtschaftsleistung schon im ersten Quartal 2013 um weitere 2,2%, wobei das BIP voraussichtlich um 0,8% abnehmen wird. Die schwache Wirtschaft basiert teilweise auf den Sparmaßnahmen der Regierung. Steuererhöhungen und geringere Staatsausgaben haben sich negativ sowohl auf das Vertrauen der Privatpersonen und der Unternehmen ausgewirkt, wodurch wiederum die Binnennachfrage gesunken ist. Der private Konsum wird in diesem Jahr wahrscheinlich um 1,2% abnehmen, nachdem er im vergangenen Jahr schon um 2,6% gesunken ist. Die geringen Staatsausgaben werden sich weiterhin negativ auf das Wachstum auswirken. Gleichzeitig führt die sinkende Nachfrage der EU-Handelspartner zu negativen Auswirkungen auf den Export. Da die Tschechische Republik mehr als 75% des BIP durch Exporte erwirtschaftet, ist sie in dieser Hinsicht sehr verletzbar. Allerdings geht Atradius davon aus, dass die Wirtschaft im nächsten Jahr um 2% wachsen wird, vorausgesetzt dass sich die Lage in der Eurozone allgemein bessern wird.

Die Sparmaßnahmen der Regierung führen dazu, dass das Haushaltsdefizit in diesem Jahr unter 3% des BIP sinken wird. Dies sollte auch die Staatsverschuldung wieder stabilisieren, die im Jahr 2012 bei 48% des BIP lag (2007- 28% des BIP).
Trotz alledem genießt die Tschechische Republik weiterhin ein gutes Ansehen bei den internationalen Finanzmärkten, was vor allem an der zugesagten Unterstützung der Europäischen Zentralbank und der tschechischen Wirtschaftspolitik liegt. Zuletzt zeigt Atradius noch auf, dass der Wechselkurs Koruna-Euro weiterhin stabil bleiben wird.

Lesen Sie hier die gesamte Länderstudie zur Tschechischen Republik:

http://www.atradius.de/debitorenmanagementpraxis/tschechische-republik/laenderbericht-tschechische-republik.html

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