Weltweite Statistik der Unternehmensinsolvenzen

Der Kreditversicherer Euler Hermes hat Ende Mai den „Economic Outlook No. 1194“ veröffentlicht, indem er die aktuelle wirtschaftliche Situation und die Insolvenzentwicklung beleuchtet.

Zu Beginn stellt der Kreditversicherer fest, dass Unternehmen weiterhin als die Opfer der anhaltenden Krise in Europa angesehen werden müssen. Für 2013 wird ein Anstieg der Insolvenzen um 21% erwartet, bevor dieser Anstieg im Jahr 2014 voraussichtlich um 14%, auf 7%, sinken wird. Die aktuell hohen Insolvenzraten führt der Kreditversicherer unter anderem auf das nachlassende private Konsumverhalten der EU-Bürger und die sinkenden Exportzahlen nach Asien zurück. Das sich langsam entwickelnde weltweite Wirtschaftswachstum beendete 2011 den Trend der nachlassenden Insolvenzen. Der weltweite Insolvenzindex stieg im vergangenen Jahr um +1%. Dies hat vor allem zwei Gründe: Zum einen sanken die Insolvenzzahlen in den USA (-15%) und Asien (-5%) stärker als erwartet. Zum anderen stiegen die Zahlen vor allem in Europa (+16%), mehr als gedacht. Für dieses und das kommende Jahr prognostiziert Euler Hermes einen Anstieg der Insolvenzzahlen vor allem für Europa, während sich die Lage in den USA (-5%) verbessern wird. Die anhaltende Eurokrise führt zu einem starken  Anstieg des Insolvenzindexes um 21%, während der weltweite Insolvenzindex um 8% ansteigen wird.

Die gute Nachricht zu Beginn: Die Insolvenzzahlen in den USA verbessern sich weiterhin (-16%), dank eines stabilen Wirtschaftswachstums. Ebenso haben sich die Preise im Immobilienmarkt gebessert, wie auch die Situation der verarbeitenden Industrie. Im Gleichklang mit dieser Verbesserung wird für dieses und das kommende Jahr mit einem Rückgang der Konkurszahlen (-7% bzw. -6%) gerechnet. Eine ähnliche Entwicklung lässt sich auch in Kanada verfolgen, wo der Trend der rückgängigen Insolvenzzahlen auch im Jahr 2012 (-11,1%) anhält, und für das kommende Jahr mit nur einem sehr leichten Anstieg der Zahlen gerechnet wird. Eine vergleichbare Entwicklung erwartet der Kreditversicherer auch in China, wo die Wirtschaftsleistung 2012 nachgelassen hat. Hier wurde 2012 lediglich ein Wachstum von +7,8% festgestellt, nachdem 2011 ein Wachstum von 9,3% zu verzeichnen war. Nachdem nun vier Jahre in Folge die Insolvenzzahlen sanken (-14% im Jahr 2012), ist die Zahl der jährlichen Insolvenzen unter das Niveau des Rekordjahres von 2004 gefallen (2.626 Fälle). Dies sollte man im Hinterkopf haben, wenn der Kreditversicherer nun mit einem Anstieg um 4% für das kommende Jahr rechnet.

Nun die (eher) schlechten Nachrichten: Die Situation in der Eurozone bleibt weiterhin angespannt. Nachdem die französische Wirtschaft im Jahr 2012 stagnierte, stiegen die Zahlen der Insolvenzen merklich an (+1,9%), nachdem sie nun zwei Jahre in Folge leicht gesunken waren (-4,6%). Der Anstieg der Insolvenzen machte weder vor großen noch mittelständischen Firmen halt. Alle Unternehmen litten unter einer sinkenden Nachfrage und fehlender Wettbewerbsfähigkeit. Für das kommende Jahr wird keine Änderung erwartetet. In Deutschland stellt sich die Lage weniger schlimm dar. Die Insolvenzzahlen sinken weiter (2011:- 5,9%; 2012: -6%). Im Jahr 2013 erwartet der Kreditversicherer einen leichten Anstieg der Insolvenzen um +1%, der einem leichten Rückgang um -2% vorausgeht. Bekanntermaßen kritisch ist die Situation sowohl in Italien als auch in Spanien, wo die Insolvenzzahlen weiter ansteigen. In Spanien wurde ein Anstieg um 32% verzeichnet, in Italien wird keine Verbesserung bis 2014 erwartet. Die einzige positive Nachricht aus dem europäischen Raum stellt Norwegen dar, dessen Insolvenzzahlen seit 2009 stetig sinken. Die gute Verfassung der norwegischen Unternehmen beruht unter anderem auf steigenden Konsumausgaben der Bürger (+3% im Jahr 2012) und guter Investitionstätigkeit (+8,3%). Dieser Trend soll sich auch in den Jahren 2013 und 2014 fortsetzen. In den östlichen Ländern, wie Russland, Polen, Rumänien und der Tschechischen Republik bleiben die Insolvenzzahlen weiter hoch. Oftmals wird keine Verbesserung vor 2015 erwartet.

Hier gelangen Sie zur Homepage von Euler Hermes: www.eulerhermes.de

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